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Grundlagen der angewandten Ökologie von Wasserorganismen, Labor für Tier- und Gewässerökologie

Wer Standorte an Bundeswassertraßen aus ökologischer Sicht bewertet, muss wissen, wie die aquatischen Ökosysteme an diesem Ort funktionieren und wie deren Nahrungsnetze interagieren. Das Referat U4 erarbeitet methodische Grundlagen im Freiland und im Labor und führt projektbezogene Untersuchungen durch. Mit diesem Wissen berät es die WSV, die GDWS und das BMVI bei Unterhaltung und Ausbau der Bundeswasserstraßen, sowie das BMUB bei faunistischen Fragestellungen.

Viele Faktoren können die Tierökologie eines Standorts an einer Wasserstraße beeinflussen: Schiffsverkehr und Wellenschlag, Strömung, Abflussregime, physikalische Eigenschaften des Lebensraumes wie Oberflächenstrukturen oder Lückensysteme, Ufersicherungsarten (technisch oder alternativ technisch-biologisch), Sedimentumlagerung und -management, Umweltverträglichkeit von Wasserbaumaterialien, Temperatur, Salzgehalt oder die Belastung mit Makro- und Mikroplastik. Neben der Kenntnis der tierökologisch wirksamen Faktoren sind es fünf fachliche Säulen, die die Grundlage der Beratung und Standortbewertung im Referat U4 bilden:

  1. Qualitätssicherung faunistischer tierökologischer Untersuchungen zur Besiedlungsdynamik und Nahrungsnetzstrukturen in Bundeswasserstraßen und ihren Lebensräumen (aquatisch, amphibisch, terrestrisch)
  2. Erfassung und Analyse der Arten- und Biodiversität (Fauna, Taxonomie, Besiedlungsstruktur) und die Erarbeitung von Qualitätszielen für die tierökologische Untersuchung von Bundeswasserstraßen (aquatische und terrestrische Fauna)
  3. Bewertung der Gesundheit (physiologische Fitness) der in Bundeswasserstraßen gefundenen Tiere mit und ohne anthropogenem Stress
  4. Tierökologische Lebensraumcharakterisierung und Nahrungsnetzanalyse mit Hilfe der Analyse stabiler Isotope
  5. Mathematische Analyse und Bewertung faunistischer Kurz- und Langzeitdaten

Das Referat U4 berät seine Auftraggeber projektbezogen, publiziert wissenschaftliche Ergebnisse in nationalen und internationalen Fachzeitschriften und wirbt Drittmittel für Forschungs- und Entwicklungsprojekte ein. Es betreibt einen intensiven Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer innerhalb der BfG, aber auch mit nationalen und internationalen Kooperationspartnern wie Universitäten und Forschungseinrichtungen. Dies sichert das Arbeiten auf dem neuesten fachlichen und wissenschaftlichen Stand.

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