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Datenbankgestütztes Grünlandtagebuch zur Dokumentation der Bewirtschaftung

Das Grünlandtagebuch ist eine GIS-gestützte Anwendung zur Analyse der Bewirtschaftung von Grünländern, z. B. für die Förderung von Entwicklungszielen wie der Artenvielfalt. Es kommt an der Unter- und Außenelbe zum Einsatz.

Für die Fahrrinnenanpassung der Unter- und Außenelbe 1999/2000 hat das Referat U3 den landschaftspflegerischen Begleitplan erarbeitet. Es begleitet auch die landschaftspflegerische Ausführungsplanung, die zum großen Teil aus Kompensationsmaßnahmen zur Extensivierung von Marsch- und Auengrünland besteht. Das Grünland, früher meist intensiv als Weide oder Mähweide genutzt, wird extensiviert, um mesophiles artenreiches Grünland und die dort typischen Wiesenvögel zu fördern. Die ab dem Jahr 2000 nach und nach umgesetzten Maßnahmen beinhalten Vernässungen, einen Verzicht auf Düngung und Pflanzenschutzmittel und Regelungen zur Bodenbearbeitung bzw. zu Art und Umfang von Beweidung und Mahd.

Laut Planfeststellungsbeschluss müssen die Kompensationsmaßnahmen einer Erfolgskontrolle unterzogen werden. Das geschieht unter anderem anhand vegetationskundlicher Indikatoren, wie z.B. der Zunahme seltener, nässeabhängiger Pflanzen oder dem vermehrten Artenreichtum. Das Grünlandtagebuch dokumentiert die unterschiedlichen Bewirtschaftungsauflagen und die tatsächliche Bewirtschaftung der einzelnen Flächen. Für die 7 Maßnahmengebiete, rund 450 Parzellen und 1.000 ha Gesamtfläche ist das eine Aufgabe, die auf althergebrachte Weise, d.h. per Hand auf Papier, nur schwer zu lösen ist.

Deswegen haben wir ein GIS- bzw. Datenbank-gestütztes Grünlandtagebuch entwickelt. Es reduziert nicht nur den Aufwand, sondern bietet auch den Vorteil einer weitgehend automatisierten Auswertung der komplexen Zusammenhänge. Unterschiedliche Interpretationen des Datenbestandes sind so schnell, einfach und genau möglich.

Die Datenbank besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen:

  • Statischer Teil, der die zeitlich unabhängigen Daten enthält: Parzellengrenzen, Kataster- und Pachtinformationen sowie Bewirtschaftungsauflagen usw.
  • Dynamischer Teil, der zeitlich abhängige Daten enthält, die i. d. R. einmal monatlich ergänzt werden: Auskunft des Besatzes, der Mahd, Ausnahmegenehmigungen zu einem definierten Termin

Grünlandtagebuch: AuswertekarteAuswertekarte des GIS-gestützten Grünlandtagebuches

Weitere Vorteile des GIS-gestützten Grünlandtagebuches:

  • Einfache Datenein- und ausgabe, kartengestützt oder über Datenbank
  • Parzellenscharfe Erfassung der Bewirtschaftungsdaten (Art, Intensität)
  • Jahresbericht mit Zusammenfassung, Kommentierung und Kontrollmöglichkeit
  • Ausgabe als pdf-Datei oder in gedruckter Form
  • Standardauswertungen über Routinen schnell und einfach (z. B. Karte der Viehdichte)
  • Individuelle Auswertemöglichkeiten für spezielle Untersuchungen (z. B. Einfluss der Beweidungsart auf die Vegetation), wie im Schachblumen-Monitoring in der Haseldorfer/Wedeler Marsch


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