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Hydromorphologie

Der Bereich Hydromorphologie untersucht, wie sich flussbauliche Maßnahmen auf die hydromorphologischen Verhältnisse auswirken und erarbeitet Vorschläge zur Minimierung der Eingriffe. Naturmessungen im Tide- und Binnenbereich tragen dazu bei, die morphologisch-ökologischen Wirkungszusammenhänge und das Gewässerökosystem besser zu verstehen. Diese Kenntnisse sind wichtig für die Habitatmodellierung (Struktur-, Strömungs- und Substratverhältnisse) oder um die Auswirkungen von Vorhaben zu prognostizieren.

Das Referat M3 entwickelt für Binnen- und Seewasserstraßen hydromorphologische Erfassungs- und Bewertungsverfahren und gewässertypspezifische Referenz- und Zielsysteme. Diese anwendungsorientierten Arbeiten auf der Grundlage gesetzlicher Vorgaben sind für die Praxis der WSV, aber auch für BMVI, BMU, Bundesländer, Dritte, Flussgebietsgemeinschaften und Internationale Kommissionen zum Schutze der Gewässer von großer Bedeutung.

Die Aufgabenfelder der Hydromorphologie sind stark durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Abteilung Ökologie der BfG geprägt. Die Erarbeitung hydromorphologischer Beiträge zu UVP, URE, ökologischen Wirkungsanalysen, Maßnahmenplanungen und -umsetzungen im Kontext der Gewässerbettentwicklung etc. ist zentraler Bestandteil der Beratungstätigkeit für die WSV und Dritte.

Mit dem Hauptgewässerbett in Verbindung stehender AltarmMit dem Hauptgewässerbett in Verbindung stehender Altarm

Die Zielstellung nach EU-WRRL lässt sich leichter erreichen bei entsprechend gewässertypspezifischer Ausprägung des hydromorphologischen Zustandes. Denn je abwechslungsreicher und vielfältiger Gewässer und deren Auen sind, desto wertvoller ist der Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Die Hydromorphologie ist somit ausschlaggebend für die ökologische Wertigkeit eines Gewässers, und kann auch dessen chemisch-physikalische Beschaffenheit beeinflussen.

Weiterhin untersuchen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie sich Baggerungen und Sedimentumlagerungen auf Sedimenthaushalt, Gewässerbett und -strukturgüte auswirken. Dabei sind wasserwirtschaftliche und ökologische Belange zu berücksichtigen. Die hydromorphologischen Aspekte des Sedimentmanagements gehen unter anderem in Sedimentmanagementpläne oder Handlungsanweisungen (z. B. HABAB-WSV 2017) ein. Auch bei der wasserwirtschaftlichen Unterhaltung, der Sedimentwiederverwendung zur Initiierung von Gewässerstrukturen etc. an Bundeswasserstraßen sind sie ein zentrales Thema.

Um die hydromorphologische Funktionsfähigkeit und Dynamik der Gewässersysteme über Raum und Zeit quantitativ erheben und bewerten zu können, wird ein Monitoring der hydromorphologischen Gewässerentwicklung an den Wasserstraßen durchgeführt, z. B. im Rahmen von Renaturierungen im Kontext des Bundesprogramms Blaues Band Deutschland. Das Monitoring von Maßnahmen umfasst dabei verschiedene Skalen von langfristigen großräumigen bis hin zu kurzfristigen lokalen Veränderungen im Gewässer-, Ufer- und Auenbereich.

Wasserwechselzone im Tidebereich vom Wasser aus gesehenSublitoral, Wattflächen, Uferstrukturen und Auenareale im Tidebereich

Die erarbeiteten Grundlagen, Verfahren und Ergebnisse stehen für das Management der Bundeswasserstraßen bereit.

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