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EU-Projekt "ROUTES"

Am Ende der konventionellen Abwasserbehandlung steht nicht nur das gereinigte Abwasser, sondern auch eine bedeutende Menge Schlamm. Dieser kann neben Pflanzennährstoffen wie Phosphat oder Ammonium auch Schadstoffe enthalten, die eine mögliche Verwendung, z. B. in der Landwirtschaft, einschränken. Das Projekt "ROUTES" beschäftigt sich mit der Entwicklung neuartiger Abwasser- und Klärschlammbehandlungstechniken und soll klären, wie sich Schadstoffe in Böden nach dem Ausbringen von Klärschlamm verhalten. Neben Untersuchungen zu Biotransformation, Sorption und potentieller Auswaschung dieser Stoffe ins Grundwasser werden auch mögliche negative Auswirkungen auf Pflanzen und Bodenorganismen gestestet. Dazu dienen Feldversuche und Laborexperimente, die unter definierten experimentellen Bedingungen durchgeführt werden.

Innerhalb des Projekts werden, zunächst im Labormaßstab, Techniken entwickelt, um sowohl die Kosten als auch die anfallenden Schlammmengen bei der Abwasserbehandlung zu reduzieren. Dazu gehören thermische, elektro(bio)chemische und biologische Nachbehandlungsstufen, die im weiteren Projektverlauf auch im größeren Maßstab getestet werden sollen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Rückgewinnung von Nähr- und Wertstoffen und der Suche nach energetisch und wirtschaftlich sinnvollen Alternativen zur Schlammverbrennung. Nicht zuletzt sollen durch die innovativen Behandlungstechniken „sauberere“ Schlämme produziert werden, die sicher und unbedenklich in der Landwirtschaft als natürlicher Dünger eingesetzt werden können.

Das Projekt "ROUTES" wird von der EU im Rahmen des 7. Rahmenprogramms gefördert und hat eine Laufzeit vom 1.5.2011 – 30.4.2014. Es steht unter italienischer Leitung (Water Research Institute, CNR-IRSA) und setzt sich aus insgesamt 18 Partnern zusammen, die sich auf Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus ganz Europa aufteilen.

Aufgaben der BfG im Projekt ROUTES:

  • Leitung des Arbeitspakets „Schlamm-Boden-Interaktionen“
  • Beurteilung der entwickelten Schlammnachbehandlungstechniken hinsichtlich ihrer Effizienz zur Entfernung neuartiger organischer Schadstoffe
  • Untersuchung des Umweltverhaltens (insbesondere Sorption und Biotransformation) ausgewählter klärschlammbürtiger Spurenstoffe im Rahmen von Säulen- und Batchversuchen
  • Betreuung und Beprobung von Lysimetern auf landwirtschaftlich genutzten Flächen zur Untersuchungen des Verhaltens von Schadstoffen in Böden unter realen Bedingungen (Kooperation mit dem Abwasserverband Braunschweig)

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