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ERC-Projekt "ATHENE"

Mit dem Forschungsvorhaben ATHENE soll die biologische Abwasserreinigung in kommunalen Kläranlagen weiterentwickelt werden, und zwar durch einen verbesserten Abbau polarer organischer Schadstoffe. Solche Schadstoffe – auch Mikroverunreinigungen genannt – stammen z. B. aus Arzneimitteln oder Körperpflegeprodukten. Seit einigen Jahren werden sie vermehrt in Kläranlagenabläufen und Fließgewässern, aber auch in Grundwässern nachgewiesen. Viele dieser Schadstoffe werden in der Abwasserbehandlung nicht vollständig abgebaut, sondern nur zu geringfügig veränderten Substanzen umgewandelt. Diese so genannten Transformationsprodukte (TPs) sind oft besser wasserlöslich als ihre Ausgangstoffe und gelangen so ins Grund- und Trinkwasser.

ATHENE soll

  • Zum Verständnis der Abbauprozesse (Transformationsprodukte, Enzyme) organischer Schadstoffe in der biologischen Abwasserreinigung beitragen
  • Enzymatische Abbauprozesse charakterisieren
  • TPs identifizieren und Transformations- bzw. Abbauwege ableiten
  • Neue technologische Konzepte für einen verbesserten Abbau organischer Schadstoffe in der biologischen Abwasserreinigung und für eine Detoxifizierung entwickeln
  • Die neuen Konzepte in den beiden Pilotanlagen Dübendorf/Schweiz und Koblenz/Deutschland umsetzen

Um die Mikroverunreinigungen weitgehend abzubauen, werden neue technische Ansätze für die biologische Abwasserreinigung entwickelt und erprobt. Bei der Untersuchung des Schadstoff-Abbaus werden die grundlegenden enzymatischen Prozesse und die angestrebte Detoxifizierung berücksichtigt. Die Erkenntnisse über Abbauwege und beteiligte Enzyme sollen eine verbesserte biologische Abwasserreinigung ermöglichen, um letztendlich die Belastung der Gewässer und Sedimente mit Mikroverunreinigungen zu reduzieren.

Das vom Europäischen Forschungsrat (ERC) finanzierte Exzellenzprojekt ATHENE (Laufzeit 1.4.2011 – 31.3.2016) ist eine persönliche Förderung von Prof. Thomas Ternes, BfG und Dr. Adriano Joss, Eawag (Schweiz). Als dritter Partner ist Prof. Jörg Oehlmann, Universität Frankfurt, in das Projekt involviert.

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