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UNESCO-Wasserzentrum in Koblenz gegründet – Festakt in Berlin (09.07.2014)

Anlässlich der Gründung des ersten UNESCO-Wasserinstituts in Deutschland fand heute im Auswärtigen Amt ein Festakt statt. Das „Internationale Zentrum für Wasserressourcen und globalen Wandel“ wird in Koblenz, bei der Bundesanstalt für Gewässerkunde, angesiedelt. Und dies hat seinen guten Grund.

Im Rahmen eines Festaktes in Berlin unterzeichneten Maria Böhmer, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, und die beigeordnete UNESCO-Generaldirektorin, Wendy Watson-Wright, den Gründungsvertrag für das erste UNESCO-Wasserinstitut in Deutschland. Weltweit gibt es bereits 26 Wasser-Forschungsinstitute, die unter der Schirmherrschaft der UNESCO stehen. Die meisten sind Forschungs- und zugleich Ausbildungszentren, sie haben entweder eine regionale oder eine internationale Ausrichtung. Jedes dieser Zentren widmet sich einem speziellen Themenkomplex.

Das erste Institut beispielweise wurde 1984 in Peking gegründet und trägt die Bezeichnung „Internationales Forschungs- und Trainingszentrum für Erosion und Sedimentation“. 1999 folgte als drittes Institut das „Regionale Zentrum für Hydrologie und Wasserressourcen der humiden Tropen Südostasiens und des Pazifiks“ in Kuala Lumpur, Malaysia. Als zwölftes reihte sich 2007 das „Internationale Zentrum zur Bewertung von Grundwasserressourcen“ in Delft, Niederlande ein. Im letzten Jahr erhielt Schweden das „Internationale Zentrum für Wasserkooperation“ in Stockholm.

Nun folgt in Koblenz als 27. Institut das „Internationale Zentrum für Wasserressourcen und globalen Wandel“. Forschungsschwerpunkt wird hier auf den Auswirkungen des globalen Wandels auf Verfügbarkeit und Qualität von Wasser liegen. Dabei umfasst der Begriff Globaler Wandel nicht nur den Klimawandel, sondern ebenso das Wachstum der Weltbevölkerung, die Verstädterung, die Wüstenbildung sowie die steigenden Bedürfnisse der Landwirtschaft. Damit diese Auswirkungen besser verstanden werden, wird das Wasser-Institut Experten aus aller Welt aus- und fortbilden und in gemeinsame Forschungsprojekte einbinden.

Warum wurde gerade Koblenz als Standort für das erste deutsche UNESCO-Wasserzentrum gewählt? Staatsministerin Böhmer bringt es in Berlin auf den Punkt: „In Koblenz ist das Wissen und dort sind globale Datensammlungen“. In der Tat wurde in der BfG über viele Jahre hinweg durch interdisziplinäre Zusammenarbeit an praxisbezogenen Aufgabenstellungen ein umfassendes Expertenwissen zu Wassermengen, Wasserqualität sowie ökologischen Fragestellungen und Wirkungszusammenhängen an Gewässern aufgebaut. Jüngstes Beispiel ist das gerade unter Federführung der BfG abgeschlossene Forschungsprogramm KLIWAS, das mit fünfjähriger Laufzeit die Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserstraßen und Schifffahrt untersuchte.

Auch als Datenbankstandort hat Koblenz inzwischen internationale Bedeutung: seit 1988 ist das Global Runoff Data Centre (GRDC) in der Bundesanstalt für Gewässerkunde angesiedelt. Dort verfügt man über eine einzigartige Sammlung weltweiter Abflussdaten, die derzeit ca. 9000 Stationen aus 157 Ländern umfasst. Und in diesem Jahr kam die Einrichtung GEMStat hinzu. Sie wurde im Rahmen des Wasserprogramms von United Nations Global Environment Monitoring (GEMS) eingerichtet und ist ebenfalls eine globale Sammlung, die sich auf Daten zur Qualität von Oberflächen- und Grundwasser konzentriert.

Das neue Zentrum wird außerdem ein wichtiger Baustein des deutschen Beitrags zur Umsetzung wasserbezogener Ziele der UN sein. Daher wird es eng mit dem deutschen IHP/HWRP-Nationalkomitee kooperieren, dessen Sekretariat schon seit 1975 in der Bundesanstalt für Gewässerkunde ansässig ist. „Mit dem neuen Institut erwächst Koblenz eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der weltweiten nachhaltigen Entwicklung auf dem Wassersektor“, urteilt Dr. Johannes Cullmann, Leiter des IHP/HWRP-Sekretariats.

Abschließend stellte Staatsministerin Margit Conrad, Bevollmächtigte des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und bei der EU, am Rande der Berliner Veranstaltung fest: „Die Einrichtung des UNESCO-Instituts ist bei der BfG gut angesiedelt“.

Unterzeichnung des GründungsvertragesMaria Böhmer (re.), Staatsministerin im Auswärtigen Amt, und die beigeordnete UNESCO-Generaldirektorin, Wendy Watson-Wright, unterzeichnen den Gründungsvertrag (Fotos: Ulrich Schröder, BfG)

Katherina Reiche am RednerpultKatherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, am Rednerpult

DiskussionsrundePodiumsdiskussion mit (v.l.n.r.): Margit Conrad (Bevollmächtigte des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und bei der EU), Johannes Cullmann (Leiter des IHP/HWRP-Sekretariats), Dr. Fritz Holzwarth (Geschäftsführer des Vereins WASSER BERLIN e.V.), Dr. Holger Hoff (Stockholm Environment Institute)

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