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Besuch aus Delft (05.06.2014)

Seit vielen Jahren pflegt die Bundesanstalt für Gewässerkunde freundschaftliche Beziehungen zum UNESCO-Wasserinstitut in Delft. Regelmäßig kommen die Studenten des Instituts auf ihren Exkursionsveranstaltungen nach Koblenz. So auch im Juni, wo die BfG 30 Gäste aus 17 verschiedenen Ländern begrüßen konnte.

Weltweit stehen 26 Wasser-Institute unter der Schirmherrschaft der UNESCO. Eines davon hat sich der Ausbildung im Wasserbereich verschrieben, das „Institute for Water Education“ (UNESCO-IHE) im niederländischen Delft. Das Institut bietet mehrwöchige Kurse, Onlinetrainingsprogramme, 18-monatige Masterkurse und mehrjährige Promotionsstudiengänge an zu den Fachrichtungen Umweltwissenschaften, Wasserver- und -entsorgung sowie Hydrologie.

Zu Gast in der BfG waren nun 30 Master-Studenten des Studiengangs Umweltwissenschaften, die aus den verschiedensten Ländern stammten – unter anderem aus Äthiopien, Ghana, Indonesien, Nigeria, Sri Lanka, Syrien, Tansania, Zambia oder Zimbabwe. Entsprechend vielfältig waren die Wissenshorizonte der Teilnehmer. Im Rahmen ihres Universitätsstudiums sowie ihrer zwei- bis dreijährigen Berufserfahrung bringen sie viel mit, bevor sie in Delft starten dürfen. Das 18-monatige Aufbaustudium beinhaltet auch eine Forschungsarbeit zu einem wasserwirtschaftlichen Thema, diese kann entweder in den Niederlanden oder im jeweiligen Herkunftsland der Teilnehmer durchgeführt werden. Der Studiengang schließt mit dem „Master of Science in water management“ ab. Der Erfolg des niederländischen UNESCO-Instituts kann sich sehen lassen: nicht selten gelangen Studienabgänger in ihren Heimatländern in einflussreiche Positionen.

Nach Koblenz kam die international zusammengesetzte Gruppe, um die inzwischen in Fachkreisen weltweit bekannte Fischaufstiegsanlage zu besichtigen und sich in der Bundesanstalt über aktuelle Themen zu informieren. Dabei erhielten die Besucher die Gelegenheit, auch ihrerseits über die Gegebenheiten in ihren Heimatländern zu berichten. Bei der Einführung in die Arbeitsfelder der BfG wurden insbesondere die internationalen Aktivitäten nachgefragt.

Neben der Arbeitsweise und den Erfolgen der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) sowie den aktuellen Trends im Bereich der Wasserqualität lag der Schwerpunkt der Vorträge bei der Arbeit des Weltdatenzentrum Abfluss (Global Runoff Data Centre, GRDC). Dieses wurde 1988 bei der BfG eingerichtet mit der zentralen Aufgabe, Betrieb, Fortschreibung und Weiterentwicklung einer Datenbank internationaler Abflussdaten zu gewährleisten. Die Datenakquisition und -verbreitung erfolgt weltweit. Inzwischen haben ca. 9000 Stationen aus 160 Ländern Eingang in die Datenbank gefunden. Aufmerksam verfolgten die Teilnehmer, ob und wie umfangreich Daten ihrer Heimatländer eingeflossen sind. Beim letzten Besuch der Studierenden aus Delft vor einigen Jahren waren erst 7500 Stationen in der GRDC-Datenbank.

Von Koblenz aus reiste die Gruppe weiter nach Luxemburg, der letzten Station der einwöchigen Exkursion.

Foto der Studentengruppe Gruppenfoto IHE-Delft 2014Zufriedene und fröhliche Gesichter nach dem interessanten Vortrags- und Besichtigungsprogramm (Foto: M. Hils)

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