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Koblenzer Hochschulpreis an Arne Wick (14.11.2012)

Dr. Arne Wick, Umweltwissenschaftler in der Bundesanstalt für Gewässerkunde, ist einer der Träger des diesjährigen Koblenzer Hochschulpreises. Er erhielt diese Auszeichnung für seine mit „summa cum laude“ bewertete Promotionsarbeit „Vorkommen und Verhalten organischer Mikroverunreinigungen in der biologischen Abwasserreinigung“.

Bereits zum 20. Mal wurde der Koblenzer Hochschulpreis in diesem Jahr vom Förderkreis Wirtschaft und Wissenschaft in der Hochschulregion Koblenz e.V. ausgelobt. Er ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert und soll für die wissenschaftlichen Leistungen in der Region werben. Der Preis wird für wissenschaftlich herausragende Arbeiten vergeben, wobei hier in erster Linie die Nachwuchswissenschaftler der sechs im Großraum Koblenz angesiedelten Hochschulen im Focus stehen.

In diesem Jahr wurden neun junge Akademiker im historischen Rathaussaal zu Koblenz ausgezeichnet. Unter den Geehrten war auch Dr. Arne Wick, der heute in der Bundesanstalt für Gewässerkunde arbeitet. Arne Wick promovierte an der Universität Koblenz-Landau, die praktischen Arbeiten jedoch wurden im Rahmen des EU-Projekts „NEPTUNE“ im Referat „Gewässerchemie“ der BfG durchgeführt und von Prof. Dr. Thomas Ternes betreut.

Die Dissertationsarbeit liefert einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des Verhaltens anthropogener Spurenstoffe wie Arzneistoffe oder Biozide in der biologischen Abwasserbehandlung. In der Vergangenheit wurde bei der Abwasserreinigung das Verschwinden eines Schadstoffes als „Eliminierung“ bzw. „Entfernung“ gewertet. Die Ergebnisse der Arbeit von Arne Wick zeigen jedoch, dass der Abbau der exemplarisch ausgewählten Opiumalkaloide Codein, Morphin, Dihydrocodein und Hydrocodon zu mehr als 20 Transformationsprodukten führt, deren Identität und Umweltrisiko weitestgehend unbekannt sind. Die chemischen Strukturen dieser Transformationsprodukte wurden mit Hilfe der BfG-Analysetechnik, wie z.B. der hochauflösenden Massenspektrometrie, identifiziert.

Arne Wick arbeitet derzeit in dem von der Europäischen Union geförderten Exzellenz-Projekt „Athene“. Ziel ist die Optimierung der biologischen Abwasserreinigung, indem ein vollständiger Abbau der Arzneistoffe und anderer Mikroverunreinigungen angestrebt wird. Hierdurch würden auch die Sedimente in den Gewässern geringer belastet und wären nach Baggerung breiter verwendbar. Eine auch aus Sicht des Eigentümers der Wasserstraßen lohnende Zielsetzung.

Dr.Karl-Jürgen Wilbert bei seiner Ansprache Dr.Karl-Jürgen Wilbert, Vorsitzender des Förderkreises Wirtschaft und Wissenschaft in der Hochschulregion Koblenz, bei seiner AnspracheDr.Karl-Jürgen Wilbert, Vorsitzender des Förderkreises Wirtschaft und Wissenschaft in der Hochschulregion Koblenz, bei seiner Ansprache

Prof. Dr. Thomas Ternes und Dr. Arne Wick Prof. Dr. Thomas Ternes (rechts), Betreuer der Promotion in der Bundesanstalt für GewässerkundeProf. Dr. Thomas Ternes (rechts), Betreuer der Promotion in der Bundesanstalt für Gewässerkunde

Dr. Arne Wick bei seinem Vortrag Dr. Arne Wick (links) erläutert seine Arbeit über Mikroverunreinigungen in der AbwasserreinigungDr. Arne Wick (links) erläutert seine Arbeit über Mikroverunreinigungen in der Abwasserreinigung

Fotos: Michael Hils, BfG

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