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Einweihung der Versuchsstrecke Lampertheim (20.09.2012)

Am 20.09.2012 hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt Mannheim zu einem Festakt ans Flussufer bei Rhein-km 441 geladen. Anlass war die Einweihung einer Versuchsstrecke mit technisch-biologischen Ufersicherungen, die erstmalig an den Ufern einer großen Wasserstraße mit hohem Schiffsverkehr und ausgeprägten natürlichen Wasserstandsschwankungen getestet werden. Die Versuchsstrecke wurde vom Wasser- und Schifffahrtsamt Mannheim als Projektträger, den beiden Bundesanstalten BAW und BfG und zwei Planungsbüros geplant und im Herbst 2011 ausgeführt. Am Ende der Veranstaltung enthüllten Behördenvertreter Informations-Stelen. Aufgestellt am Rheinuferweg entlang der Versuchsstrecke informieren sie über das Projekt, die einzelnen Bauweisen und die jeweils damit verfolgten technischen und ökologischen Zielstellungen im Rahmen des Uferschutzes.

Das Forschungsprojekt soll untersuchen, wie die Ufer von Wasserstraßen unter ökologischen Gesichtspunkten gesichert und entwickelt werden können – ökologische Belange an Bundeswasserstraßen sind künftig bei Ausbau und Unterhaltung per Gesetz verstärkt zu berücksichtigen.

Versuchsstrecken für alternative Ufersicherungen sind nicht neu. Allerdings wurden die Versuchsstrecken bislang nur in relativ gering beanspruchten Wasserstraßenabschnitten angelegt (z. B. Versuchsstrecke Stolzenau/Mittelweser). Die Versuchsstrecke bei Lampertheim jedoch wurde gezielt ausgewählt und geplant, um verschiedene pflanzliche Ufersicherungselemente alleine oder in Kombination mit technischen Elementen unter hohen hydraulischen Belastungen und ausgeprägten natürlichen Wasserstandsänderungen zu testen.

Die Versuchsstrecke liegt an einem Rheinabschnitt, den im Durchschnitt täglich 120 Schiffe passieren. Auf 1000 Meter Uferlänge wurde die bisherige, überwiegend bewuchsfreie Steinschüttung in 9 Versuchsfeldern umgestaltet. In vier Abschnitten wurde die Steinschüttung entfernt und die Ufersicherung neu technisch-biologisch aufgebaut, z. B. mit Röhrichtgabionen, Weidenspreitlagen oder Vegetationsmatten. In vier Abschnitten blieb die Steinschüttung erhalten, hier werden Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung der losen Steinschüttung getestet, z. B. Einbau von Totholzstrukturen oder Oberboden-Alginat mit Saatgut. Auf einem Abschnitt wurde die Steinschüttung vollständig entfernt.

In der Monitoringphase untersuchen die Wissenschaftler neben der hydraulischen Belastbarkeit der neuen Bauweisen die Entwicklung und ökologische Wirksamkeit der umgestalteten Uferabschnitte. Dabei spielt das Besiedlungspotenzial der Bauweisen und eingebrachten Strukturen für Pflanzen und Tiere eine entscheidende Rolle. Die Ergebnisse werden in jährlichen Berichten zusammengestellt.

Michael Behrendt, Leiter der BfG, bei seiner Ansprache Michael Behrendt, Leiter der BfG, bei seiner AnspracheMichael Behrendt, Leiter der BfG, bei seiner Ansprache

Weidenspreitlagen nach Baufertigstellung Weidenspreitlagen nach BaufertigstellungWeidenspreitlagen nach Baufertigstellung

Uferabschnitt mit Röhrichtgabionen (wasserseitig) und sich anschließenden Steinmatratzen Uferabschnitt mit Röhrichtgabionen (wasserseitig) und sich anschließenden SteinmatratzenUferabschnitt mit Röhrichtgabionen (wasserseitig) und sich anschließenden Steinmatratzen

Informations-Stele nach Enthüllung Informations-Stele nach EnthüllungInformations-Stele nach Enthüllung

Fotos: Katja Schilling, BfG

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