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Tracerversuch an Moldau und Elbe (25.04.2012)

Vom 17. bis 25. April 2012 wurde an Moldau und Elbe ein Tracerversuch durchgeführt. Das Experiment ist Teil der Erweiterung des in der Bundesanstalt für Gewässerkunde entwickelten Alarmmodells Elbe (ALAMO) auf den Nebenfluss Moldau. Diese Erweiterung wird derzeit durch das Referat M1 „Hydrometrie und gewässerkundliche Begutachtung“ im Auftrag der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE) umgesetzt.

Als Tracer kam der fluoreszierende Farbstoff Sulforhodamin G zum Einsatz. 10,6 kg dieser Substanz wurden am 17.04.2012 südlich von Prag bei Vrane in die Moldau eingeleitet. Stromab des Einleitungsortes wurde die Ganglinie der Tracerkonzentration im Wasser erfasst. Die Messungen erfolgten an 7 Wehren in der Moldau (zwischen Vrane und Melnik) und an 5 Positionen entlang der Elbe (zwischen Melnik und Wittenberg/Aken). Bei der Konzentrationsmessung wurden Sensoren verwendet, die in der BfG zur Messung der Fluoreszenz von Sulforhodamin G optimiert worden waren.

Auf tschechischem Gebiet führten Mitarbeiter des Referats M1 den Tracerversuch durch und arbeiteten dabei mit dem staatlichen Wasserwirtschaftsbetrieb Povodi Vltavy, der an der Moldau für das gesamte Flussmanagement zuständig ist, zusammen. Auf deutschem Gebiet unterstützten die Kollegen des BfG-Referats G4 „Radiologie und Gewässermonitoring“ die Messungen.

Wissenschaftler schütten roten Farbstoff von einer Brücke in die MoldauEinleitung des Farbstoffes Sulforhodamin G in die Moldau

Messsystem zur Erfassung der Fluoreszenz (links: im Labor, Mitte/rechts: an der Moldau)Messsystem zur Erfassung der Fluoreszenz (links: im Labor, Mitte/rechts: an der Moldau)

Ganglinien des Fluoreszenzsignals an ausgewählten Messstationen

Für die ca. 390 Kilometer lange Strecke von Vrane (Moldau) nach Wittenberg (Elbe) benötigte der Tracer eine Fließzeit von 7 Tagen. Bei diesem Versuch herrschten ungefähr mittlere Abflussverhältnisse (MQ). Für die Erweiterung von ALAMO sind weitere Tracerversuche an Moldau und Elbe bei anderen Abflussbedingungen geplant.

Gut erkennbar in der Gangliniendarstellung: die maximale Farbstoffkonzentration nimmt mit zunehmender Fließstrecke ab, während die Ausdehnung der Farbstoffwolke zunimmt.

Ganglinien des Fluoreszenzsignals an ausgewählten MessstationenGanglinien des Fluoreszenzsignals

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