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Wasserstraßen für Fische durchgängig machen: Wo beginnen? (29.02.2012)

Wasserstraßen sollen für Fische und andere Lebewesen wieder durchgängig gemacht werden – das fordert unter anderem die EU-Wasserrahmenrichtlinie. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) stellt dafür Gelder in dreistelliger Millionenhöhe bereit, die während der kommenden 15 Jahre möglichst wirkungsvoll eingesetzt werden sollen. Bei tausenden Flusskilometern ist diese zeit- und kostenintensive Aufgabe ohne genaue Planung nicht effektiv zu bewältigen. Deshalb soll zunächst mit den dringendsten Projekten begonnen werden. Deren Reihenfolge ist in einem Priorisierungskonzept festgelegt, das Staatssekretär Klaus-Dieter Scheurle vom BMVBS am 24.2.2012 in Berlin vorstellte.

Demnach gibt es in der ersten Umsetzungsphase 46 Projekte mit einem geplantem Baubeginn noch vor 2015. Insgesamt sind es 250 Staustufen, die bis 2027 für Fische wieder passierbar sein sollen. Für die Umsetzung ist die WSV verantwortlich. Sie ist mit den Wasser- und Schiffahrtsdirektionen und -ämtern vor Ort zuständig, stimmt sich mit den Bundesländern ab und wird von BfG und BAW fachlich beraten. Die beiden Bundesanstalten haben die fachlichen Grundlagen für das Vorgehen erarbeitet und dabei die zeitlichen und rechtlichen Verpflichtungen berücksichtigt. Das Priorisierungskonzept ist ein erster großer Schritt auf dem Weg zur Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Bundeswasserstraßen.

Karte Karte Maßnahmenpriorisierung zur DurchgängigkeitPriorisierung der Maßnahmen zum Fischaufstieg

Die Bundesanstalten für Gewässerkunde und Wasserbau erarbeiten im Auftrag des BMVBS die biologisch-technischen Grundlagen für die vielen Einzelmaßnahmen. Sie bauen ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf dem Gebiet der ökologischen Durchgängigkeit aus, und helfen so, bestehende Wissensdefizite zu verringern. Sie stellen die notwendigen Fachdaten zusammen, erarbeiten fachliche Empfehlungen und beraten die WSV bei den Einzelvorhaben.

Ein erster, wichtiger Schritt die fachlichen Grundlagen betreffend war der BfG-Bericht 1697 „Fischökologische Einstufung der Dringlichkeit von Maßnahmen für den Fischaufstieg“. Er erschien im August 2010 und bewertete erstmals nach einem bundesweit einheitlichen Maßstab, wie dringlich die einzelnen Vorhaben zur Verbesserung der Durchgängigkeit (stromaufwärts) aus rein fischökologischer Sicht sind.

Ein weiterer Schritt war die von BfG und BAW erarbeitete und im Oktober 2011 in der WSV eingeführte „Arbeitshilfe – Fischaufstiegsanlagen an Bundeswasserstraßen“. Sie stellt dar, welche ökologischen, technisch-hydraulischen sowie formalen Aspekte beim Bau einer Fischaufstiegsanlage zur berücksichtigen sind. Sie gibt Hinweise zur Funktionskontrolle und darauf, wie später auch der stromabwärts gerichtete Fischabstieg verbessert werden kann.

Beide Berichte sind in das jetzt erschienene Priorisierungskonzept des BMVBS "Durchgängigkeit der Bundeswasserstraßen" eingeflossen.

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