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Tracerversuch an Isar und Donau (01.07.2010)

Im zweiten Feldversuch zur Ermittlung von Stofflaufzeiten im Donaugebiet wurde vom Referat G4 im Mai und Juni 2010 die Isar vom Kernkraftwerk Isar bei Landshut und die Donau ab Isarmündung bis zum Grenzübergang bei Jochenstein untersucht. Dabei wurden, wie schon im Herbst 2008 an der Donau, zwei unterschiedliche Tracer (Fluoreszenzfarbstoff und Tritium) zur Vorhersage der Ausbreitung von Schadstoffen eingesetzt. Neben der Ermittlung der Fließzeiten soll zusätzlich geprüft werden, ob unterschiedliche Tracer auch zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.
Die Einleitung des Fluoreszenzfarbstoffes erfolgte am 26.05.2010 synchron mit einer der betrieblichen Tritiumabgaben des Kraftwerkes. An vier Entnahmestellen in der Isar und drei in der Donau wurden 2h-Mischproben mit automatischen Probennehmern entnommen, die später vom Referat G4 im Isotopenlabor auf Tritium analysiert werden. Ziel der Untersuchungen ist es, im Falle eines radioaktiven Schadstoffeintrages Vorhersagen zur Ausbreitung der Schadstoffkonzentration in der fließenden Welle leisten zu können, wie im Strahlenschutzvorsorgegesetz verlangt. Diese Vorhersagen gelten für alle wasserlöslichen (Schad-)Stoffe.

Die Rahmenbedingungen der diesjährigen Untersuchung waren besonders interessant, da im Versuchszeitraum Anfang Juni eine ausgedehnte Hochwasserwelle Isar und Donau passierte.

Abbildung 1 zeigt die Ergebnisse der Fluoreszenz-Direktmessung und die Abflussverhältnisse am Donaupegel Passau-Ilzstadt, die auch für die Messstelle Jochenstein gelten. Neben den Maxima des Farbstoffdurchganges ist die Entfernung zur Einleitestelle angegeben. Die Farbstoffsignalhöhe repräsentiert nicht exakt die Konzentration, da mehrere Sonden mit unterschiedlicher Empfindlichkeit im Einsatz waren, die erst nach Abschluss aller Messungen kalibriert werden. Die Störung der Datenaufzeichnung in Jochenstein am 03.06. ist bedingt durch den extremen Wasseranstieg, durch den die an einem Steiger befestigte Messsonde aus dem Wasser gezogen wurde.

Tracerversuch Diagramm 1Abbildung 1

In Abbildung 2 sind für eine Messstelle die in den Mischproben gemessene Konzentration des Farbstoffes und das online aufgezeichnete Signal der Sonde überlagert. Die Darstellung belegt die gute Übereinstimmung der Verlaufskurven und damit auch die Repräsentativität der Probenahme für das Geschehen im Fluss.

Tracerversuch Diagramm 2Abbildung 2

Die BfG führt seit 1980 sog. Dispersionsuntersuchungen mit Tritium als Leitstoff an Bundeswasserstraßen durch, mit dem Ziel, im Falle punktueller radioaktiver Schadstoffeinträge durch kerntechnische Anlagen Vorhersagen zur Ausbreitung gelöster Stoffe machen zu können. Mit Hilfe mathematischer Modelle werden aktuelle Fließzeiten, erwartete Einwirkungszeitpunkte, Konzentrationsmaxima und die Dauer von kritischen Konzentrationserhöhungen vorausberechnet. Je nach Flussgebiet kommen unterschiedliche Modelle zum Einsatz.

Einleitung des FluoreszenzfarbstoffesEinleitung des Fluoreszenzfarbstoffes

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