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Spektakulärer Tracerversuch an der Donau (02.10.2008)

In einem gemeinsamen Feldversuch untersuchen die BfG-Referate G4 und M1 vom 22. September bis Ende Oktober den Donauabschnitt vom Kernkraftwerk Gundremmingen bis zum Grenzübergang bei Jochenstein. Bei diesem Parallelversuch werden zwei unterschiedliche Tracer (Fluoreszenzfarbstoff und Tritium) zur Vorhersage der Ausbreitung von Schadstoffen eingesetzt. Dabei wird auch die Übereinstimmung der daraus ermittelten Fließzeiten geprüft.

Hierbei wird das aus der kerntechnischen Anlage während des diesjährigen Revisionszeitraumes von Kraftwerksblock C (28.09. – 13.10.2008) emittierte Tritium als Tracer genutzt. An acht repräsentativen Entnahmestellen im Streckenverlauf der Donau werden 2h-Mischproben mit automatischen Probennehmern entnommen und später vom Referat G4 im Isotopenlabor auf Tritium analysiert. Ziel der Untersuchungen ist es, im Falle eines radioaktiven Schadstoffeintrages Vorhersagen zur longitudinalen Ausbreitung der Schadstoffkonzentration in der fließenden Welle leisten zu können, wie im Strahlenschutzvorsorgegesetz verlangt. Diese Vorhersagen gelten auch für inaktive wasserlösliche Schadstoffe.

Parallel zu der Tritiumabgabe wurde am 30.09.2008 an der Einleitungsstelle ein Fluoreszenzfarbstoff eingebracht, dessen Konzentration kontinuierlich verfolgt werden kann. Dies geschieht zur gezielten Eingrenzung der Probenzahl für die Tritiumbestimmung und zur vergleichenden Prüfung der Kompatibilität der beiden Tracer (Fluoreszenzfarbstoff, Tritium) für Stoffausbreitungs-Prognosemodelle. Ergänzt werden die Untersuchungen durch Querprofiluntersuchungen des Abflusses mit ADCP und der Farbstoffverteilung mit Hilfe der Laserfluoreszenzspektrometrie. Die aktuelle Untersuchung dient auch als Testversuch für eine grenzüberschreitende internationale Aktion im nächsten Jahr, bei der Österreich und evtl. weitere Donau-Unterlieger mit einbezogen werden sollen.

Die BfG führt seit 1980 sog. Dispersionsuntersuchungen mit Tritium als Leitstoff an Bundeswasserstraßen durch, mit dem Ziel, im Falle punktueller radioaktiver Schadstoffeinträge durch kerntechnische Anlagen (anwendbar auch bei Unfällen mit inaktiven aber wasserlöslichen Schadstoffen) Vorhersagen zur Ausbreitung machen zu können. Anhand dieser Untersuchungen werden die für einzelne Flussabschnitte charakteristischen Parameter wie abflussabhängige Fließgeschwindigkeiten sowie emittenten- und teilstreckenbezogene Dispersions- und Eliminationskonstanten bestimmt, mit denen im Rahmen eines mathematischen Modells aktuelle Fließzeiten, erwartete Einwirkungszeitpunkte, Konzentrationsmaxima und die Dauer von kritischen Konzentrationserhöhungen vorausberechnet werden können. Das Berechnungsmodell liegt für den Rhein und dessen große Nebenflüsse sowie für die Weser vor und soll beginnend mit diesem Jahr auf die Donau ausgeweitet werden.

Orange gefärbtes FlusswasserEinleitung des Fluoreszenzfarbstoffs

DiagrammKonzentrationsverlauf des Tracers bei Gremheim

Messung vom Boot ausMessung der Farbstoffverteilung

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