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Die Welt zu Gast in der Bundesanstalt für Gewässerkunde (08.06.2006)

Nicht nur zur Fußball-Weltmeisterschaft gilt der Slogan „Die Welt zu Gast bei Freunden“. Einen Tag vor Beginn der WM konnte die Bundesanstalt für Gewässerkunde eine international zusammengesetzte Gruppe begrüßen. Die Beziehungen zum im niederländischen Delft ansässigen UNESCO-IHE (Institute for Water Education) haben im Lauf der Jahre einen durchaus freundschaftlichen Charakter angenommen. Immer wieder äußern deren Kursteilnehmer den Wunsch, sich über die neueren Entwicklungen in der Bundesanstalt zu informieren.

Diesmal hatten 29 Teilnehmer aus 21 Ländern den Weg nach Koblenz gefunden. Es handelte sich überwiegend um junge Bauingenieure und Chemiker/Innen mit abgeschlossenem Universitätsstudium sowie 2 bis 3 Jahren Berufserfahrung. In Delft absolvieren sie ein 18-monatiges Aufbaustudium, bestehend aus 12 Monaten Studium und einer halbjährigen Forschungsarbeit zu einem wasserwirtschaftlichen Thema. Die Forschungsarbeit wird entweder in den Niederlanden oder im jeweiligen Herkunftsland der Teilnehmer durchgeführt. Der Studiengang schließt mit dem „Master of Science in water management“ ab.

Der Besuchstag wurde vom Referat Öffentlichkeitsarbeit geplant und durchgeführt. Martina Sauer übernahm u.a. die fremdsprachliche Betreuung der Gruppe und präsentierte interaktiv die fachlichen Schwerpunktthemen der BfG. Dabei erhielten ihrerseits die Teilnehmer die Gelegenheit, über die Gegebenheiten in ihren Heimatländern zu berichten. Bei der Einführung in die Arbeitsfelder der BfG wurden insbesondere die internationalen Aktivitäten nachgefragt. Der Schwerpunkt der Vorträge lag bei der Arbeit des Weltdatenzentrum Abfluss (Global Runoff Data Centre, GRDC). Dieses wurde 1988 bei der BfG eingerichtet mit der zentralen Aufgabe Betrieb, Fortschreibung und Weiterentwicklung einer Datenbank internationaler Abflussdaten. Die Datenakquisition und -verbreitung erfolgt weltweit. Circa 7500 Stationen aus 160 Ländern haben bislang Eingang in die Datenbank gefunden. Aufmerksam verfolgten die Teilnehmer, ob und wie umfangreich Daten ihrer Heimatländer eingeflossen sind.

Das nächste Ziel in Koblenz war das Rhein-Museum. Die Führung durch Manfred Tippner konzentrierte sich auf die Entwicklung der Rheinschifffahrt vom Einbaum über Segel- und Dampfschiffe bis zur modernen Motorschifffahrt. „Der stammt ja aus meiner Heimat“, zeigte sich Kouassi Dohou, ein Teilnehmer aus Benin, beim Anblick eines im Museum ausgestellten Einbaums überrascht.

„Kaiserin-Augusta-Anlagen 15“ lautete die letzte Besuchsadresse in Koblenz. Hier hat die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) ihren Sitz. Deren Leiter, Henk Sterk, zeigte die Arbeitsweise und Erfolge dieser für den Rhein so bedeutsamen Institution auf. Innerhalb weniger Jahrzehnte ist es gelungen, den stark verschmutzten Fluss in ein Gewässer umzuwandeln, in dem selbst der Lachs wieder eine Heimat gefunden hat.

Von Koblenz aus reiste die Gruppe weiter zu Zielen in der Schweiz und Italien. Der Erfolg des niederländischen UNESCO-Instituts kann sich sehen lassen: nicht selten gelangen Studienabgänger in ihren Heimatländern in einflussreiche Positionen. „Der heute in Indonesien für den Wasserbereich zuständige Minister war auch Absolvent bei uns“, stellt Daniel Schotanus, Studienleiter in Delft, nicht ohne Stolz zum Abschluss fest.

Gruppenfoto vor dem Eingang der BfGZufriedene Gesichter nach dem umfangreichen Vortrags- und Besichtigungsprogramm (Foto: A. Hommes)

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