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Ökologische Durchgängigkeit der Wasserstraßen: beraten, forschen, Qualität sichern

Ein Großteil unserer Wasserstraßen ist für Fische und andere Lebewesen nicht durchgängig. So muss an vielen Staustufen der Fischaufstieg erleichtert werden, um wandernden Fischarten wieder ihren natürlichen Lebenszyklus zu ermöglichen. Die ökologische Durchgängigkeit wiederherzustellen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Die BfG berät – in enger Kooperation mit der BAW – das BMDV und die WSV bei der Priorisierung, Umsetzung und Qualitätssicherung der Maßnahmen. Mehr : Ökologische Durchgängigkeit der Wasserstraßen: beraten, forschen, Qualität sichern

Clevere Daten bieten neue Möglichkeiten in der Geodäsie und Fernerkundung (16.12.2021)

Mehr als 160 Teilnehmer/-innen diskutierten am 23. und 24. November beim diesjährigen BfG-Kolloquium "Big, Smart, Geo Data“ über neue Methoden in der Geodäsie, und wie diese in Zukunft den Wasserstraßen nützen können. Es ging unter anderem um immer größer werdende Geodatensätze, und wie die Fachwelt mit diesen enormen Datenmengen in Zukunft umgehen soll. Die virtuelle Veranstaltung war auch gleichzeitig das Abschiedskolloquium von Herbert Brockmann, dessen Expertise und Ideen das Referat Geodäsie und Fernerkundung die letzten neun Jahre prägten.

Digitales Abbild einer Schleuse mit 3D-Informationen Digitales Abbild einer Schleuse mit 3D-InformationenDigitales Abbild einer Schleuse mit 3D-Informationen des Bauwerks, des Gewässerbodens und der Topographie als Grundlage eines digitalen Zwillings der BWaStr. Quelle:  Dr. Thomas Artz, BfG

Die Fähigkeiten der IT, große Datenmengen zu verarbeiten, schreiten weiter voran. Das hat auch mit immer leistungsfähigerer Hardware zu tun. Dieser Fortschritt ermöglicht es, automatisierte Messsysteme zunehmend an Bundeswasserstraßen einzusetzen und diese generieren immer größeren Datenmengen. Die zunächst unverarbeiteten und mit Messungenauigkeiten aufgenommenen Massendaten müssen in einem zweiten Schritt aufbereitet und somit nutzbar gemacht werden. Im Falle von Geodaten werden so raumbezogene Informationen zur Grundlage von smarten Anwendungen, also zu „Smart Data“. Durch die rasante Entwicklung in der Digitalisierung ergeben sich für die Geodäsie und Fernerkundung neue Chancen: So bieten beispielsweise Drohnen in der Luft und auf dem Wasser die Möglichkeit, den Zustand von Bauwerken, der Gewässersohle, der Vegetation oder weiterer hydraulisch wirksamer Strukturen entlang der Bundeswasserstraßen schnell und kostengünstig zu erfassen und kontinuierlich zu überwachen. Das Ergebnis: Komplexe 3D-Abbildungen als digitale Zwillinge mit Mehrwert.

Aktuelle Trends in Geodäsie und Fernerkundung

Und um diese zukunftsträchtigen Möglichkeiten ging es in dem BfG-Kolloqium. In 16 Vorträgen diskutierten die Vortragenden mit dem Fachpublikum über zentrale Themen wie flächenhafte Geodaten, Big Data und deren Veredelung in Smart Data. Dr. Gottfried Mandlburger von der Technischen Universität Wien, der selbst einen Vortrag zur Messung und Modellierung für digitale Geländemodelle des Wasserlaufs hielt, resümierte: „Ich war beeindruckt von der Breite und Qualität der Beiträge. Das Feld war erstaunlich weit gefächert und hatte dennoch einen stringenten roten Faden in Richtung Erfassung und Erhaltung von Wasserstraßen.“

Dabei reichte das Spektrum von allgemeinen Trends wie „DiGEOtalisierung“, also welchen Beitrag die Geodäsie zur digitalen Transformation der Gesellschaft beiträgt, maschinellem Lernen, Open Data und zunehmender Automatisierung, über Nutzeranforderungen an Geobasisdaten und Methoden zur Messung und Modellierung von digitalen Geländemodellen, bis hin zu Methoden der smarten Massenverarbeitung von Fernerkundungs-, Satellitennavigationssystem- und 3D-Daten. Weitere Themen waren der Einsatz unbemannter Luft- und Wasserfahrzeuge, Virtual Reality und Building Information Modelling (BIM), eine softwarebasierte Arbeitsmethode für die vernetzte Planung, den Bau und die Bewirtschaftung von Gebäuden und anderen Bauwerken. Alles zukünftige Forschungs- und Handlungsfelder, in denen auch die BfG bereits tätig ist oder zukünftig einsteigen möchte.

Paradigmenwechsel bei der Überwachung der Bundeswasserstraßen

Fazit der erfolgreichen Veranstaltung: Neue Methoden werden für das Monitoring der Wasserstraßen zu einem Paradigmenwechsel führen, hin zu einem kontinuierlichen Informationsservice, für den Geodäsie und Fernerkundung die Grundlagendaten liefern. Herbert Brockmann hat diesen für die BfG bereits eingeläutet. Als Referatsleiter „Geodäsie und Fernerkundung“ prägte der Diplomingenieur dessen inhaltliche Ausrichtung die vergangenen neun Jahre und setzte sich insbesondere für den vermehrten Einsatz der Fernerkundung in der Gewässerkunde ein. Mit dem Kolloqium verabschiedete er sich von dem Fachpublikum in den Ruhestand.

Kontaktperson: Dr. Thomas Artz

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