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TdH 2021: Zwischen Flut und Dürre (07.09.2021)

Einen Schwerpunkt des diesjährigen Tages der Hydrologie (TdH) bildeten die Flutkatastrophen an Ahr und Erft. Vom 30. August bis 1. September 2021 diskutierten Fachleute, wie es zu den Unglücksfällen kommen konnte und reflektierten vor diesem Hintergrund Rolle und Auftrag der Hydrologie. In einem Impulsvortrag stellte Petra Herzog, Leiterin der Abteilung "Quantitative Gewässerkunde" der BfG, aktuelle und zukünftige Auswirkungen von Extremereignissen auf die Bundeswasserstraßen und mögliche Antworten vor.

Petra Herzog bei ihrem Impulsvortrag im Auditorium Petra Herzog bei ihrem Impulsvortrag im AuditoriumPetra Herzog bei ihrem Impulsvortrag im Auditorium Quelle:  Dominik Rösch, BfG

„Die katastrophalen Hochwasser dieses Sommers, aber auch die anhaltenden Niedrigwasser der vergangenen Jahre, haben eines gezeigt: Die wasserbezogene Ressortforschung als Beraterin der Politik ist stark gefragt. Wir müssen deshalb bestehende Datenschätze interdisziplinär und zielgruppenorientiert aufbereiten, damit Entscheiderinnen und Entscheider – aber auch die Bevölkerung – über die notwendigen Wissensgrundlagen zur Anpassung an die bevorstehenden klimatischen Änderungen verfügen.“ So lautete das Fazit von Petra Herzog am Ende ihres Impulsvortrages zu Beginn des 22. Tages der Hydrologie.

Eine besondere Veranstaltung in besonderen Zeiten

Auf dem Campus der Universität Potsdam trafen sich rund 165 Fachleute, um drei Tage lang über die Verbindung der Umweltsphären und -disziplinen zu diskutieren. Dabei ging es insbesondere um die hydrologische Analyse der Dürren der vergangenen Jahre in einzelnen Regionen Deutschlands sowie um die wissenschaftliche Aufarbeitung der Hochwasser- und Starkregenereignisse im Juli 2021. Das „Familientreffen“ der Hydrologie fand Corona-bedingt erstmals im Sommer und unter strengen Hygieneauflagen als Präsenzveranstaltung statt. Traditionell wird der TdH eigentlich rund um den Weltwassertag der Vereinten Nationen am 22. März begangen. Aufgrund der Pandemie gab es aber an dem Termin in diesem Jahr nur eine reduzierte Onlineveranstaltung.

Neben dem Impulsvortrag von Frau Petra Herzog beteiligte sich die BfG am TdH mit einem wissenschaftlichen Poster und war bei der Fachausstellung mit einem Stand präsent.

Poster zur Wasserqualität von Rhein und Elbe

Ein wichtiger Bestandteil wissenschaftlicher Tagungen ist die Präsentation von Ergebnissen und Erkenntnissen bei einer Posterausstellung. Die BfG-Wissenschaftler Gerd Hübner und Daniel Schwandt aus dem Referat für „Grundsatzfragen der qualitativen Gewässerkunde“ stellten in Potsdam ihre Arbeiten zur Wasserbeschaffenheit an Rhein und Elbe bei den Niedrigwasserereignissen von 2015 und 2018 vor.

Ein Ergebnis: In der Elbe erreichten die Schwermetalle Nickel und Arsen sowohl 2015 als auch 2018 an mehreren Stellen wiederholt erhöhte Konzentrationen. Die Wissenschaftler stellten zudem fest, dass die Schwermetallbelastung der Elbe höher ist als die des Rheins, aber auch dort lagen an einzelnen Messstellen erhöhte Konzentrationen im Wasser vor.

Foto oben: Claudia Färber stellt das ICWRGC vor. Foto unten: Studierende der Universität Potsdam informieren sich am BfG-Stand Foto oben: Claudia Färber stellt das ICWRGC vor. Foto unten: Studierende der Universität Potsdam informieren sich am BfG-StandFoto oben: Claudia Färber stellt das ICWRGC vor. Foto unten: Studierende der Universität Potsdam informieren sich am BfG-Stand Quelle:  Dominik Rösch, BfG

BfG und ICWRGC stellen sich vor

Fachtagungen leben vom Austausch. Als Anlaufstelle für Fragen war die BfG mit einem eigenen Stand vor Ort. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten dort Gelegenheit sich über laufende Projekte zu informieren sowie sich mit den aktuellen BfG-Berichten zu versorgen. Zudem erkundigten sich insbesondere Studierende zu möglichen Abschlussarbeiten und der Bundesanstalt als Arbeitgeber. Mit am gemeinsamen Stand vertreten war dabei auch das Internationale Zentrum für Wasserressourcen und Globalen Wandel (ICWRGC), das seit 2014 an der BfG angesiedelt ist und unter der Schirmherrschaft der UNESCO internationale Kompetenzen im Bereich Wasser bündelt sowie als internationale Referenzplattform für den Austausch von Wissen und Methoden dient.

Staffelstabübergabe

Nach dem TdH ist vor dem TdH: Die Konferenz findet im jährlichen Wechsel an einem anderen Ort in Deutschland statt. Im kommenden Jahr, am 22. und 23. März 2022, veranstalten die Technische Universität München (TUM) und die Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) gemeinsam den Tag der Hydrologie unter dem Motto „Wasser und Gesellschaft“. Auch die BfG wird sich wieder in vielfältiger Weise beteiligen.

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