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Tag der offenen Tür im BMVI: BfG-Themen stoßen auf großes Interesse (30.08.2019)

Auch in diesem Jahr haben die Bundesministerien zum Tag der offenen Tür der Bundesregierung nach Berlin eingeladen. Rund 7.100 Bürger haben sich am 17. und 18. August 2019 allein im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) über die Arbeit des Ministeriums und seiner nachgeordneten Behörden und Projektpartner informiert.

Mit dem Thema Flussbaden lädt die BfG an ihren Stand ein. Mit einem Klick zum Instagram-Post. Instagram-Post für TdoTMit dem Thema Flussbaden lädt die BfG an ihren Stand ein. Mit einem Klick zum Instagram-Post.

Die Uferrenaturierung und auch das Thema Flussbaden sind gute Beispiele dafür, wie Mobilität, Transport, Freizeit und Erholung an den Bundeswasserstraßen zugleich funktionieren sollten. Und genau hierum ging es in diesem Jahr am Stand der BfG. Unter dem Motto „Flüsse als wertvolle Lebens- und Freizeiträume gestalten“ rückte die Bundesanstalt gleich zwei spannende Projekte, „FLUSSHYGIENE“ und „mDRONES4rivers“, in den Fokus ihres Auftrittes. Beide Projekte zeigen außerdem, welch hohen Stellenwert die Digitalisierung in den Arbeiten der BfG einnimmt. So kommt das Thema „Flussbaden“ nicht ohne modernste Computersimulation aus. Und auch die Wirkung von Renaturierungsmaßnahmen ermittelt die BfG mithilfe digitaler Drohnenaufnahmen und softwaregestützter Bildauswerteverfahren. Doch worum geht es in den Projekten im Einzelnen?

Die hygienische Gewässerqualität schwankt in Flüssen stärker als an stehenden Gewässern. Insbesondere nach Starkregenereignissen nehmen hygienische Verunreinigungen in den Fließgewässern zu. Der Grund: Aus Mangel an Auffangkapazitäten kommt es zu Einträgen von Abwasser aus Mischkanalisationen, zu Regenwassereinleitungen und zu Abschwemmungen von landwirtschaftlichen Flächen. Deshalb wurde das Gewässergütemodell QSim der BfG im Rahmen eines vom BMBF geförderten Projekts um ein Hygienemodul erweitert. Damit kann man die Ausbreitung und die Abnahme hygienischer Gewässerbelastungen durch Bakterien und Viren in Fließrichtung simulieren, wobei ein Abbau der Belastung durch Kleinstlebewesen (Mikrozooplankton), aber auch durch Licht und hohe Wassertemperaturen erfolgt. Anhand der im Modell berechneten Belastungs“fahnen“ im Wasser können schließlich auch geplante Maßnahmen zur Reduzierung der schädlichen Erreger hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit eingeschätzt werden und damit letztlich die Möglichkeiten, im Fluss zu baden.

Im Rahmen eines vom BMVI finanzierten Projekts „mDRONES4rivers“ befliegt die BfG dagegen Flussufer mit Drohnen. Der Grund: Um Flüsse und ihre noch intakten Auen zu erhalten und den Erfolg von Renaturierungsmaßnahmen bewerten zu können, ist eine regelmäßige Überwachung dieser Flächen erforderlich. Bislang mussten die Mitarbeiter der BfG zu Fuß das Gelände begehen und mühsam kartieren. Mithilfe der Drohnen soll sich dies allerdings schon bald drastisch ändern. Dazu werden hochauflösende Bilddaten gewonnen und (teil-) automatisierte Auswertungsverfahren entwickelt, welche die vor Ort gemessenen Daten mit den Befliegungsaufnahmen kombinieren. Ziel ist es, die Experten vor Ort bei der Erhebung wissenschaftlicher Daten mithilfe der eingesetzten Flugsysteme schnell und flexibel zu unterstützen.

Doch nicht nur die mitgebrachte Drohne und die ausgewählten Projekte sorgten für regen Austausch am BfG-Stand. Auch weitere Themen wie das aktuelle und das Niedrigwasser 2018, die biologische Durchgängigkeit, der Klimawandel, die Grundwasservorkommen in Ostdeutschland, Mikroplastik und Arzneimittelrückstände in den deutschen Flüssen oder der Artenschutz zogen viele weitere Bürger zum Ausstellungsstand der BfG.

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) präsentierte ihre Themen in einem Ausstellungsbereich mit der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW). So erhielten die Besucher insgesamt einen guten Eindruck über den sogenannten „nassen Bereich“ des Ministeriums.

Insbesondere unsere kleinen Gäste hatten Spaß am Drohnen-Flugsimulator.Insbesondere unsere kleinen Gäste hatten Spaß am Drohnen-Flugsimulator. Quelle:  M.Schulz, BfG.

Belastungsfahnen helfen, den Erfolg von Maßnahmen zu bewerten.Belastungsfahnen helfen, den Erfolg von Maßnahmen zu bewerten. Quelle:  M.Schulz, BfG.

Das Niedrigwasser 2018 lockte viele Besucher an den Stand der BfG.Das Niedrigwasser 2018 lockte viele Besucher an den Stand der BfG. Quelle:  S. Kofalk, BfG.

Klein und Groß interessierten sich für den Einsatz von Drohnen an unseren Flüssen.Klein und Groß interessierten sich für den Einsatz von Drohnen an unseren Flüssen. Quelle:  S. Kofalk, BfG.

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