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Alles im Fluss? Workshop für besseren Hochwasserschutz an der Elbe (17.05.2019)

Am 14. Mai 2019 diskutierten 60 Vertreter aus Verwaltung, Verbänden, lokaler Politik und Fachinstitutionen im Rathaussaal Wittenberge, wie sich an der unteren Mittelelbe Hochwasserschutz und Ökologie ergänzen und verbessern lassen. Der Workshop fand im Rahmen des Projekts statt, in dem sich die BfG im Auftrag der Länder gemeinsam mit den an der Mittelelbe anliegenden Bundesländern engagiert. Sie simuliert dazu mit Computermodellen unterschiedliche Handlungs-Szenarien.

Wie Hochwasserschutz und Fließgewässer naturbelassener gestalten?

Dr. Markus Promny (BfG) stellt das Projekt vorDr. Markus Promny (BfG) stellt das Projekt vor Quelle:  Martin Ferch, Stadt Wittenberge

Hochwasser sind an der Elbe keine Seltenheit. Wie an anderen Flüssen, tritt auch die Elbe gelegentlich über die Ufer. Zum Problem werden Hochwasser, wenn Siedlungsbereiche im natürlichen Überflutungsgebiet liegen und technische Maßnahmen keinen hinreichenden Schutz bieten. Auch die Elbstadt Wittenberge wurde in der Vergangenheit wiederholt von Fluten heimgesucht. Anforderungen an den Hochwasserschutz und die ökologische Entwicklung der Gewässer stehen einander häufig schwer vereinbar gegenüber. Dabei müssen beide Ziele kein Widerspruch sein: Dies zeigen die Ergebnisse, die im Vorgängerprojekt zu „2D-Modellierung Tangermünde-Geesthacht zur Verbesserung der Hochwassersituation an der unteren Mittelelbe“ bereits zwischen 2012 und 2015 erarbeitet wurden.

Kern des Workshops in Wittenberge war die gemeinsame Gruppenarbeit der Teilnehmer. In drei Gruppen ging es um die Entwicklung konkreter Maßnahmen wie Deichrückverlegungen, Rückschnitt und Aufwuchs der Vegetation und Möglichkeiten zur Umgestaltung der Vorlandtopografie mit Flutrinnen, Altarmanschlüssen und Vorlandabgrabungen. Das Ergebnis des Workshops ist eine Vielzahl identifizierter Maßnahmen, welche im weiteren Projektverlauf systematisch untersucht, bewertet und weiterentwickelt werden. Ziel ist es, die Hochwassersituation entlang der unteren Mittelelbe unter Berücksichtigung der Ökologie künftig weiter zu verbessern und dabei die Anlieger- und Nutzerinteressen umfassend zu berücksichtigen. Die Veranstaltung organisierte die BfG zusammen mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz und dem Brandenburgischen Landesamt für Umwelt.

2D-Modellierung von Tangermünde bis Geesthacht

Seit dem Jahr 2012 arbeitet die BfG gemeinsam mit den Ländern Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein an der Verbesserung der Hochwassersituation an der unteren Mittelelbe. Inzwischen haben auch Brandenburg und Sachsen-Anhalt beschlossen, der Projektgruppe beizutreten. Auf dem rund 200 km langen Fließgewässerabschnitt von Tangermünde bis Geesthacht sollen bis 2023 Maßnahmen zum Schutz vor Hochwassern bei gleichzeitiger Erhaltung und Berücksichtigung typischer Lebensräume der Auenlandschaft entwickelt und die positive Wirkung mit Hilfe von Simulationen abgesichert werden. Übergeordnetes Ziel ist die Verzahnung von länderübergreifendem Hochwasserschutz und zukünftigem Auenmanagement. Das Projekt baut auf den Erkenntnissen eines Vorgängerprojekts auf, das die Fließstrecke von Wittenberge bis Geesthacht unter die Lupe nahm.

Neben der fachlichen Beratung der Länder und ihrer Einrichtungen besteht die Hauptarbeit der BfG in der numerischen Modellierung der Elbe mit den Maßnahmenvorschlägen. Hierzu wurde ein umfangreiches und detailliertes Modell aufgebaut, welches kontinuierlich angewendet und verbessert wird. Die BfG nutzt für die komplexen Simulationen ihren High-Performance-Rechencluster.

Modellierung von Fließgeschwindigkeit und Buhnenausbildung an einem Abschnitt der ElbeModellierung von Fließgeschwindigkeit und Buhnenausbildung an einem Abschnitt der Elbe

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