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Tracereinsatz an der Saale (12.01.2018)

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie sieht den Aufbau von Frühwarnsystemen für Flussgebiete vor. An der Elbe wurde das Alarmmodell ALAMO entwickelt, Nebenflüsse wie die Saale sind einbezogen. Zur Kalibrierung solcher Modelle kommen bei den unterschiedlichsten Wasserstands- und Strömungsverhältnissen Tracer zum Einsatz, so wie kürzlich an der Saale.

Für den Fall, dass Schadstoffe in ein Gewässer gelangen, sollen Alarmmodelle eine möglichst schnelle und gute Einschätzung der Schadstoffausbreitung liefern. Fundierte Kenntnisse der Transportgeschwindigkeiten gehören daher zu den grundlegenden Voraussetzungen. Erst dieses Wissen macht es möglich, die Zeitpunkte des Eintreffens von Schadstoffen an unterschiedlichen Orten längs des Flusses mit hinreichender Genauigkeit vorherzusagen und so eine rechtzeitige Gefahrenabwehr für Mensch und Tier zu gewährleisten.

Um aussagekräftige Modelle erstellen zu können, muss man die Transportgeschwindigkeiten bei unterschiedlichen Wasserständen bzw. Abflussmengen möglichst genau kennen. Daher hat die BfG bereits im Jahr 2013 zwei Tracermessungen an der Saale bei mittlerem Niedrigwasserabfluss (MNQ, August 2013) und bei mittlerem Abfluss (MQ, April 2013) durchgeführt. Eine Messung bei mittlerem Hochwasserabfluss (MHQ) stand bislang wegen zu geringer Wasserführung noch aus. Im Januar dieses Jahres waren die Wasserstände hoch genug, um eine solche Messung auszuführen.

Mit Genehmigung der Unteren Wasserbehörde erfolgte die Einleitung des Tracers am 12.01.2018 um 16:00 Uhr, wiederum bei der Straßenbrücke in Naumburg, Ortsteil Henne (Saale-km 160,0). Ein Tracer ist ein Markierungsstoff, der eine Nachverfolgung möglich macht. Beim eingesetzten Tracer handelte es sich um einen toxikologisch unbedenklichen Fluoreszenz-Farbstoff (Sulforhodamin G), umweltneutral und unschädlich für Wasserorganismen. An der Einbringstelle färbt Sulforhodamin G das Gewässer zunächst rot-orange, was aber nach wenigen Kilometern nicht mehr sichtbar ist. Die weitere Detektion des Stoffes erfolgt mittels Sonden.


Wie bei den bisherigen Versuchsdurchführungen verfolgten die Wissenschaftler der BfG die Ausbreitung des Markierungsstoffes auch dieses Mal auf einer Gesamtlänge von 160 Kilometern. Dazu wurden zuvor an insgesamt zehn unterschiedlichen Orten längs des Flusslaufs unterhalb der Einleitungsstelle automatische Messeinrichtungen mit angeschlossenen und ins Gewässer eingebrachten Fluorometersonden aufgebaut. Diese Messeinrichtungen können per Datenfunk jederzeit während der Messdurchführung erreicht werden. So kann die grundsätzliche Funktion der Messeinrichtung sowie die Passage des Tracers an den Messstellen kontrolliert werden. Die ausgesuchten Messstellen befanden sich im Bereich der Schleusen Oeblitz, Bad Dürrenberg, Richmühle, Planena, Halle-Gimritz, Alsleben, Bernburg und Calbe sowie in Wettin und Klein Rosenburg.

Wegen der hohen Wasserführung und der damit einhergehenden hohen Fließgeschwindigkeit erfolgte der Tracerdurchgang über die gesamte, 160 km lange Messstrecke innerhalb von nur zwei Tagen.

Durchgangskurven des Tracers an den Messstellen entlang der Saale Durchgangskurven des Tracers an den Messstellen entlang der SaaleDurchgangskurven des Tracers an den Messstellen entlang der Saale

Einbringen des Tracers am Ufer der SaaleEinleitung im Bereich der Straßenbrücke Naumburg, Ortsteil Henne Quelle:  Zenz, BfG

MessgerätAufbau einer Messeinrichtung Quelle:  Zenz, BfG

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