Navigation und Service

BMU-Maßnahmen 2019/2020

Wasserwirtschaft einschließlich grenzüberschreitender und internationaler Zusammenarbeit

Die BfG unterstützt das BMU bei dessen Aufgabenwahrnehmung im Bereich Wasserwirtschaft sowie zur internationalen Wasserkooperation

Vorwort des BMU

Der Schutz der Gewässer im Sinne der europäischen Wasserrahmenrichtlinie hat in den beiden letzten Jahrzehnten auch an den Bundeswasserstraßen immer größere Bedeutung erlangt. Das hat den Beratungsbedarf der Bundeswasserstraßenverwaltung insbesondere hinsichtlich der ökologischen Aspekte deutlich erhöht, zumal der Bundeswasserstraßenverwaltung unmittelbare, eigene gesetzliche Zuständigkeiten bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie zugewachsen sind. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) als eine der Ressortforschungseinrichtungen im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat sich über Jahre eine unbestrittene Expertise bei der Bearbeitung wasserwirtschaftlicher Fragestellungen von der Ermittlung und Bewertung stofflicher Belastungen über die Entwicklung biologischer Bewertungsverfahren für den Gewässerzustand bis zur Prüfung alternativer wasserbaulicher Lösungen im Hinblick auf ihre ökologischen Auswirkungen erarbeitet.

Diese Ausrichtung der BfG hat sicher auch mit der langjährigen fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zu tun. Ausgangspunkt und ursprünglicher Anlass für diese Zusammenarbeit waren Verpflichtungen, die die Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der Überwachungsprogramme der Internationalen Kommissionen zum Schutz des Rheins sowie zum Schutze von Mosel und Saar, später dann auch für die entsprechenden Kommissionen für die Elbe und die Oder eingegangen war. Hier hat die BfG wichtige Aufgaben im Auftrag des Bundesumweltministeriums bei der Zusammenführung, Auswertung und Bewertung von Messdaten übernommen.

Mit Inkrafttreten der Wasserrahmenrichtlinie hat sich das Spektrum der von der BfG für das BMU wahrgenommenen Aufgaben stetig erweitert. Dies umfasst unter anderem die wichtige Schnittstellenfunktion bei der elektronischen Berichterstattung an die Europäische Kommission und die Europäische Umweltagentur, welche auch die elektronische Berichterstattung zur EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie einschließt. Auch neue Aufgaben im internationalen Kontext, etwa der Betrieb des Datenzentrums für das Global Environmental Monitoring System Water von UN Environment sind dazugekommen. Eine wichtige Erweiterung war die aus einem Forschungsprojekt übernommene Aufgabe der Nachweisführung der überregionalen Wirksamkeit der Maßnahmen des Nationalen Hochwasserschutzprogramms (NHWSP), die nun als Teil des neuen kontinuierlichen Beratungs- und Modellierungsdienstes NHWSP/eNHWSP fortgesetzt wird. Mit dem Jahr 2020 kommen mit der Beprobung von Schwebstoffen und deren Auswertung für die Umweltprobenbank des Bundes sowie dem schrittweisen Aufbau einer Berichtsplattform Niedrigwasser zwei weitere Schwerpunkte hinzu.

Die BfG ist heute nach dem Umweltbundesamt, mit dem sie eng zusammenarbeitet, die wichtigste wissenschaftliche Beratungseinrichtung des Bundes für das BMU im Bereich der Gewässerbewirtschaftung. Es war daher nur konsequent, die Zusammenarbeit zwischen dem BMU und der BfG auf eine neue zukunftssichere Grundlage zu stellen, was mit der Verwaltungsvereinbarung zwischen dem BMU und dem BMVI über die Erbringung von Leistungen durch die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) zur Unterstützung des BMU bei dessen Aufgabenwahrnehmung im Bereich der Wasserwirtschaft sowie zur grenzüberschreitenden und internationalen Wasserkooperation vom Juni 2017 gelungen ist.

Der vorliegende Bericht für das Jahr 2019 gibt einen Überblick über die vielfach hochinteressanten Ergebnisse sowie einen Ausblick auf das abgestimmte Maßnahmenprogramm der BfG zur Unterstützung des Bundesumweltministeriums für die beiden kommenden Jahre. Ich wünsche mir, dass diese neue Form der Darstellung der Leistungen des Maßnahmenprogramms viele interessierte Leser findet.

Dr. Regina Dube

Vorwort der BfG

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) ist eine Bundeseinrichtung mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit ressortübergreifendem Auftrag. Unsere wissenschaftliche Arbeit und angewandte Forschung leisten wir in den Bereichen Hydrologie, Gewässernutzung, Gewässerbeschaffenheit, Ökologie, Gewässerchemie und Gewässerschutz. Dabei erstreckt sich unser Tätigkeitsfeld vorrangig auf die schiffbaren Flüsse, Kanäle und Küstengewässer, die Bundeswasserstraßen sind. Zusätzlich stehen sämtliche Eintragspfade, die zu Gewässerbelastungen führen können, im Fokus unserer Studien für das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Hierzu gehören sowohl die Zuflüsse der Fließgewässer als auch die diffusen Einträge aus der Landwirtschaft und die punktuellen Einträge aus den Siedlungsbereichen. Auf europäischer Ebene und global sind wir in grundlegende Forschungs- und Entwicklungsprojekte und -programme integriert. Zudem übernehmen wir vielfach die Vertretung des Bundes in internationalen Gremien auf Flussgebiets-, EU- und globaler Ebene.

Die interministerielle Ausrichtung der BfG ist bereits seit Jahrzehnten Grundlage unserer Tätigkeiten. Im Jahr 1973 wurde diese noch mit einer interministeriellen Vereinbarung verfestigt. Die Unterzeichnung erfolgte damals durch neun Bundesressorts, unter anderem durch das BMI, als Vorläuferministerium für den Aufgabenbereich des BMU. Das Mandat der BfG, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse auf breiter Ebene für die Bundesressorts bereitzustellen, hat daher eine sehr lange Tradition. Neben dem BMVI spielt dabei das BMU die größte Rolle als Auftraggeber. Zahlreiche Beschäftigte der BfG setzen sich mit hohem Engagement tagtäglich, sowohl beratend als auch forschend, mit wasserwirtschaftlichen Themenstellungen des BMU auseinander.

Auch zukünftig werden wir mit unserer Expertise innovative Themen der Wasserwirtschaft initiieren und mitgestalten. Wir bedanken uns bei den Kolleginnen und Kollegen des BMU für die jahrelange gute Zusammenarbeit und laden Sie als interessierte Leser ein, sich die 2019 erzielten Untersuchungsergebnisse anzuschauen.

Wir sind gespannt auf Ihre Rückmeldungen und auf den fachlichen Austausch.

Dr. Birgit Esser, Prof. Dr. Thomas Ternes

Diese Seite

© 2020 BfG