Navigation und Service

BMU-Maßnahmen 2018/2019

Wasserwirtschaft einschließlich grenzüberschreitender und internationaler Zusammenarbeit

Die BfG unterstützt das BMU bei dessen Aufgabenwahrnehmung im Bereich Wasserwirtschaft sowie zur internationalen Wasserkooperation

Vorwort des BMU

Der Schutz der Gewässer im Sinne der europäischen Wasserrahmenrichtlinie hat in den beiden letzten Jahrzehnten auch an den Bundeswasserstraßen immer größere Bedeutung erlangt. Das hat den Beratungsbedarf der Bundeswasserstraßenverwaltung insbesondere hinsichtlich der ökologischen Aspekte deutlich erhöht, zumal der Bundeswasserstraßenverwaltung unmittelbare, eigene gesetzliche Zuständigkeiten bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie zugewachsen sind. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) als eine der Ressortforschungseinrichtungen im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat sich über Jahre eine unbestrittene Expertise bei der Bearbeitung wasserwirtschaftlicher Fragestellungen von der Ermittlung und Bewertung stofflicher Belastungen über die Entwicklung biologischer Bewertungsverfahren für den Gewässerzustand bis zur Prüfung alternativer wasserbaulicher Lösungen im Hinblick auf ihre ökologischen Auswirkungen erarbeitet.

Diese Ausrichtung der BfG hat sicher auch mit der langjährigen fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zu tun. Ausgangspunkt und ursprünglicher Anlass für diese Zusammenarbeit waren Verpflichtungen, die die Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der Überwachungsprogramme der Internationalen Kommissionen zum Schutz des Rheins sowie zum Schutze von Mosel und Saar, später dann auch für die entsprechenden Kommissionen für die Elbe und die Oder eingegangen war. Hier hat die BfG wichtige Aufgaben im Auftrag des Bundesumweltministeriums bei der Zusammenführung, Auswertung und Bewertung von Messdaten übernommen.

Mit Inkrafttreten der Wasserrahmenrichtlinie hat sich das Spektrum der von der BfG für das BMU wahrgenommenen Aufgaben stetig erweitert. Dies umfasst unter anderem die wichtige Schnittstellenfunktion bei der elektronischen Berichterstattung an die Europäische Kommission und die Europäische Umweltagentur. Auch neue Aufgaben im internationalen Kontext, etwa der Betrieb des Datenzentrums für das Global Environmental Monitoring System Water von UN Environment sind dazugekommen. Vorläufig letzter Schritt in der Erweiterung des Spektrums der Tätigkeiten der BfG für das BMU ist die Einrichtung einer kontinuierlichen Nachweisführung der überregionalen Wirksamkeit der Maßnahmen des Nationalen Hochwasserschutzprogramms.

Die BfG ist heute nach dem Umweltbundesamt, mit dem sie eng zusammenarbeitet, die wichtigste wissenschaftliche Beratungseinrichtung des Bundes für das BMU im Bereich der Gewässerbewirtschaftung. Es war daher nur konsequent, die Zusammenarbeit zwischen dem BMU und der BfG auf eine neue zukunftssichere Grundlage zu stellen, was mit der Verwaltungsvereinbarung zwischen dem BMU und dem BMVI über die Erbringung von Leistungen durch die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) zur Unterstützung des BMU bei dessen Aufgabenwahrnehmung im Bereich der Wasserwirtschaft sowie zur grenzüberschreitenden und internationalen Wasserkooperation vom Juni 2017 gelungen ist.

Der vorliegende Bericht über die Ergebnisse des Jahres 2018 spiegelt erstmals das durch diese Vereinbarung neustrukturierte Aufgabenspektrum wieder. Neben der Darstellung dieser vielfach hochinteressanten Ergebnisse gibt der Bericht auch einen Ausblick auf das abgestimmte Maßnahmenprogramm der BfG zur Unterstützung des Bundesumweltministeriums für die beiden kommenden Jahre.
Ich wünsche mir, dass diese neue Form der Darstellung der Leistungen des Maßnahmenprogramms viele interessierte Leser findet.

Dr. Regina Dube

Vorwort der BfG

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) ist eine Bundeseinrichtung mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit ressortübergreifendem Auftrag. Unsere wissenschaftliche Arbeit und angewandte Forschung leisten wir in den Bereichen Hydrologie, Gewässernutzung, Gewässerbeschaffenheit, Ökologie, Gewässerchemie und Gewässerschutz. Dabei erstreckt sich unser Tätigkeitsfeld vorrangig auf die schiffbaren Flüsse, Kanäle und Küstengewässer, die Bundeswasserstraßen sind. Zusätzlich stehen sämtliche Eintragspfade, die zu Gewässerbelastungen führen können, im Fokus unserer Studien für das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Hierzu gehören sowohl die Zuflüsse der Fließgewässer als auch die diffusen Einträge aus der Landwirtschaft und die punktuellen Einträge aus den Siedlungsbereichen. Auf europäischer Ebene und global sind wir in grundlegende Forschungs- und Entwicklungsprojekte und -programme integriert. Zudem übernehmen wir vielfach die Vertretung des Bundes in internationalen Gremien auf Flussgebiets-, EU- und globaler Ebene.

Das BMU nutzt die Fachkompetenz der BfG seit mehreren Jahrzehnten. Um ein dauerhaftes Fundament für unsere Beratungsleistungen zu schaffen, haben das BMU und das BMVI im Juli 2017 eine „Verwaltungsvereinbarung über die Erbringung von Leistungen der BfG zur Unterstützung des BMU bei dessen Aufgabenwahrnehmung im Bereich der Wasserwirtschaft sowie der grenzüberschreitenden und internationalen Wasserkooperation“ abgeschlossen. Diese Neuordnung der Zusammenarbeit war ein bedeutender Meilenstein für die wissenschaftlichen Arbeiten in der BfG. Sie trägt der dauerhaften Aufgabenwahrnehmung der BfG für die Wasserpolitik des BMU Rechnung und ist bezüglich des Aufgabenportfolios zukunftsweisend ausgerichtet. Damit ist es auch möglich, unsere Kompetenzen und Ressourcen weiterhin für das Umweltressort einzusetzen.

Entsprechend der Verwaltungsvereinbarung übernimmt die BfG für die Ziele der Bundesregierung im Wasserbereich folgende Aufgaben:

  • Messprogramm zur Überwachung der Gewässergüte grenzüberschreitender Flüsse sowie von Küstengewässern der Nord- und Ostsee. Hierbei wird das Auftreten von Schadstoffen und Nährstoffen in allen relevante Matrizes wie Wasser, Schwebstoffe, Sedimente und Organismen mittels hoch moderner, eigens von der BfG entwickelter Verfahren identifiziert, quantifiziert und auch bewertet. Bei Bedarf werden zudem Maßnahmen vorgeschlagen, um die Belastung der Fließgewässer zu reduzieren.
  • Elektronische Berichterstattung zu den wasserbezogenen EU-Richtlinien an die Europäische Kommission. Die Umsetzung wasserbezogener EU-Richtlinien im föderalen Deutschland erfordert einen effektiven und kontinuierlichen Daten- und Informationsaustausch zwischen den Bundesländern und den beteiligten Institutionen. Die BfG gewährleistet dies durch den Betrieb der nationalen Kommunikations- und Berichtsplattform „WasserBLIcK“.
  • Internationale Zusammenarbeit, globaler Wandel und nachhaltige Entwicklung – das Thema Wasser. Das deutsche IHP/HWRP-Sekretariat am Internationalen Zentrum für Wasserressourcen und Globalen Wandel (ICWRGC) fördert zum Thema Wasser die Zusammenarbeit fachlich administrativer, wissenschaftlicher und operationeller Institutionen in Deutschland und international. Hier wird insbesondere zum „International Hydrological Programme“ (IHP) der UNESCO, zum „Hydrology and Water Resources Programme“ (HWRP) der WMO sowie zum Global Environment Monitoring System Water (GEMS/water) von UN Environment beigetragen.
  • Nachweise der überregionalen Wirksamkeit der Maßnahmen des Nationalen Hochwasserschutzprogramms (NHWSP) und Bereitstellung eines webbasierten Planungsassistenten eNHWSP. Mit dem Beratungsauftrag für das Nationale Hochwasserschutzprogramm ist ein neues Aufgabenfeld hinzugekommen. Zentrale Elemente dieses Beratungs- und Modellierungsdienstes sind Weiterentwicklung, Betrieb und Pflege eines zwischen Bund und Ländern abgestimmten Modellinstrumentariums zur Berechnung der Wirkungen von geplanten Rückhaltemaßnahmen. Des Weiteren wird für alle beteiligten Akteure leicht zugängliches und einfach zu handhabendes System zum redundanzfreien Management der relevanten Planungs-, Entscheidungs- und Ergebnisdaten der in der LAWA diskutierten und priorisierten Hochwasserschutzmaßnahmen vorgehalten.

Als Leiterin und als Forschungsbeauftragter der BfG möchten wir Sie hiermit einladen, sich die in 2018 erzielten Untersuchungsergebnisse anzuschauen. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen und auf den fachlichen Austausch.

Dr. Birgit Esser, Prof. Dr. Thomas Ternes

Diese Seite

© 2018 BfG