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Tierökologie der Ästuare und Küstengewässer

Zu den Aufgaben des Bereichs "Tierökologie der Ästuare und Küstengewässer" gehört die Beratung der WSV in allen tierökologischen Fragen bei Unterhaltung, Ausbau und Neubau der Bundeswasserstraßen, wobei die Bewertung des ökologischen Zustands der Tierwelt nach EU-WRRL an Bedeutung zunimmt. Dieser Bereich kooperiert mit Umweltbehörden der Länder, ist an der Entwicklung und Fortschreibung von WRRL-Bewertungsverfahren beteiligt und erarbeitet Konzepte, welche die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf die Tierwelt (Makrozoobenthos, Meiofauna, Meeressäuger, Vögel) in den Bundeswasserstraßen möglichst gering halten sollen. Um die schnellen Veränderungen im Vorkommen vieler Tierarten zu erfassen, werden regelmäßige Bestandserhebungen durchgeführt, wie z. B. ein jährliches Monitoring der Benthosfauna.

Die Ökologie der Tiere hängt stark von Umweltgrößen und menschlichen Eingriffen ab. Das zugehörige Systemverständnis ist laufend weiterzuentwickeln. Daran arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und kooperieren interdisziplinär mit anderen BfG-Fachreferaten und externen Partnern. Die Ergebnisse von Forschungsprojekten zur Schließung von Wissenslücken werden in Berichten sowie in nationalen und internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht. Neue Erkenntnisse über den Aufbau der Nahrungsnetze ermöglichen es zum Beispiel, mögliche Schadstoffanreicherungen in Organismen besser abschätzen zu können. Der Arbeitsbereich beschäftigt sich mit allen faunistischen Aspekten der Bundeswasserstraßen im weiträumigen Bereich der Ästuare und Küstengewässer.

Ästuare sind Übergangszonen großer Flüsse und Ströme zwischen Süßwasser- und Meereslebensräumen. Obwohl sie weltweit nur 5,8 % aller Küstengebiete einnehmen, sind sie u. a. wegen der dort vorkommenden Tierwelt von hohem ökologischen Wert. Ästuare (nach WRRL auch als Übergangsgewässer bezeichnet) und die sich meerseitig anschließenden Küstengewässer sind wertvolle Ökosysteme von internationaler Bedeutung und entsprechend geschützt. In Deutschland unterliegen diese Gebiete oft unterschiedlichen Nutzungen und sind als Zufahrt für die großen deutschen Seehäfen von hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Verkehrswasserwirtschaftliche Maßnahmen, zu denen die Verbreiterung und die Vertiefung beim Ausbau von Fahrrinnen und der Erhalt der Schiffbarkeit durch Unterhaltungsarbeiten gehören, beeinflussen den Lebensraum vieler Tierarten. Insbesondere technische Uferbefestigungen, Deichbau, Landgewinnung, der Umgang mit teilweise chemisch belasteten Sedimenten wirken nachteilig auf die Lebensräume. Oft ist ein umfangreiches Sedimentmanagement erforderlich, um die Schifffahrt aufrecht zu erhalten und ökologische Zielsetzungen zur erreichen.

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