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Forschungsvorhaben

Panorama-Foto von der ElbePanorama an der Elbe

Bundeswasserstraßen sind nicht nur Verkehrswege, sondern über weite Strecken ökologisch bedeutsame Lebensräume. Sie sind vielfältigen Nutzungsansprüchen ausgesetzt – neben der Schifffahrt sind Trinkwassergewinnung, Erholung und Fischerei Beispiele dafür. Unsere Flüsse führen heute durch Kulturlandschaften, die ihnen nur noch begrenzten Raum geben und eine natürliche Entwicklung des Gewässerbettes, der Ufer und Auen oft nicht mehr erlauben. Ihre Ufer müssen auf weiten Strecken befestigt und unterhalten werden, um beispielsweise den mit der Schifffahrt verbundenen hydraulischen Belastungen stand zu halten.

Dieses Spannungsfeld konkurrierender Nutzungen betrifft auch die Vegetation der Uferbereiche. Wie sehen Ufergestaltungen aus, die die Sicherheits- und Nutzungsansprüche erfüllen und gleichzeitig den zunehmenden ökologischen Anforderungen des europäischen Umwelt- und Wasserrechts entsprechen?

Bei Unterhaltung und Ausbau der Bundeswasserstraßen, Aufgaben der WSV, entstehen zu dieser Problematik in der Praxis zahlreiche Fragen. Zusammen mit anderen BfG-Referaten und externen Institutionen bearbeitet U3 diese Fragestellungen im Rahmen der angewandten Forschung. Dazu zählen beispielsweise

  • Untersuchungen zum Wurzelverhalten von Gehölzen und Röhricht auf Dämmen
  • Untersuchungen zu technisch-biologischen Ufersicherungen an Bundeswasserstraßen
  • Aufstellen von Empfehlungen zur nachhaltigen Entwicklung von Uferzonen (insbesondere Röhrichte) auf der Grundlage von Habitateignungsmodellen
  • Untersuchung vegetationskundlicher Aspekte bei der Entwicklung alternativer Buhnenformen
  • Untersuchungen zu Auswirkungen des Wellenschlags auf die Ufervegetation an der UHW
  • Untersuchungen zum Umgang mit Neophyten an Bundeswasserstraßen

Darüber hinaus sind weitere Forschungsvorhaben Gegenstand der aktuellen Bearbeitung:

Ziel des Forschungsvorhabens "Biologische Vielfalt an Bundeswasserstraßen" ist es, diese bei Maßnahmen an den Wasserstraßen stärker zu berücksichtigen und das Wissen über Arten und Biotope als wertvolle Elemente der Biodiversität zu erweitern. Der menschliche Einfluss auf deren Verbreitungsmuster soll erforscht werden. Wasserstraßenabschnitte werden hinsichtlich ihrer floristischen Ausstattung und Lebensraumvielfalt charakterisiert und bewertet. Zusammen mit der WSV entwickelt die BfG Strategien der wasserwirtschaftlichen Unterhaltung zur Förderung der biologischen Vielfalt und berücksichtigt dabei auch volkswirtschaftliche Aspekte.

Das Forschungsvorhaben „ElbService“ soll die Wechselwirkungen zwischen dem Tidegewässer, den begleitenden Ufern und Vorlandmarschen im Elbeästuar erfassen. Im Fokus steht die Analyse der funktionalen Zusammenhänge zwischen Sedimentdynamik, Bodenbildung und Vegetationsentwicklung. Diese Prozesse sollen qualitativ und quantitativ beschrieben und in modellhafte Ansätze umgesetzt werden. Damit soll die Stabilität der Ufer und ihr Potenzial zur Restrukturierung und Redynamisierung bewertet werden. Außerdem werden naturferne und naturnahe Ufer sozioökonomisch analysiert. Die ökosystemaren Dienstleistungen (ecosystem services) beantworten die Frage nach dem Wert dieser unterschiedlich ausgeprägten Ufer für die an der Tideelbe lebenden und wirtschaftenden Menschen. Es sollen Prognosen über das zukünftige Verhalten der Ufer und Konsequenzen für die wasserwirtschaftliche Unterhaltung inklusive Handlungsoptionen für die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung erarbeitet werden.

Das Referat U3 beteiligt sich an zwei verkehrsträgerübergreifenden Forschungsprojekten des BMVI-Expertennetzwerks. Im Projekt „Ökologische Vernetzung zur Förderung der Biodiversität und der strukturellen Lebensraumvielfalt“ untersucht es die Bedeutung von Verkehrsnebenflächen an Wasserstraßen, Schienen und Bundesfernstraßen für den Erhalt der pflanzlichen Biodiversität sowie für die ökologische Vernetzung der hier anzutreffenden Biotoptypen. Damit im Zusammenhang steht das Projekt „Entwicklung praxisorientierter und präventiver Unterhaltungsstrategien zur Kontrolle und Minimierung der Beeinträchtigungen durch gebietsfremde Arten (Neobiota)“. Hier untersucht U3 die Ausbreitung von Neophyten entlang dieser Verkehrsträger.

Panorama-Foto von der SaarPanorama an der Saar

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