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Referat U2 – Ökologische Wirkungszusammenhänge

Ökologische Fragen an Bundeswasserstraßen sind der zentrale Aspekt der Arbeitsgebiete des Referats U2. Ziel ist es, die in der BfG gewonnenen Erkenntnisse zu Fluss und Aue mit den Vor-Ort-Erfahrungen und den Ergebnissen externer Forschungen zu verschneiden und so gesichert allgemein nutzbar zu machen.

Ein wichtiger Indikator für die Gewässergüte – und für die Gewässerökologie besonders bedeutsam – ist der Sauerstoffhaushalt. Vor allem Bakterien und Algen, aber auch andere Lebewesen im Wasser beeinflussen ihn. Den im Wasser lebenden Organismen gilt deswegen unser besonderes Augenmerk. Gewässergütemodelle bilden ab, wie morphologische, physikalische, chemische und biologische Faktoren zusammenwirken. Mit diesen Modellen lassen sich die Auswirkungen geplanter Wasserbaumaßnahmen prognostizieren oder Belastungssituationen besser einschätzen.

Die in den Modellen verwendeten Daten stammen überwiegend von stationären Gewässermessstationen. Für spezielle Untersuchungen, wie zum Stoffhaushalt oder zur Zusammensetzung planktischer Lebensgemeinschaften, reichen diese Daten nicht aus und müssen durch eigene Erhebungen ergänzt werden.

Zur Unterhaltung der Bundeswasserstraßen gehören auch Baggerungen, um eine ausreichende Wassertiefe für die Schifffahrt zu gewährleisten. Bei niedriger Schadstoffbelastung kann das Baggergut oftmals im Gewässer umgelagert werden. Bei hoher Belastung müssen andere Möglichkeiten gefunden werden – z.B. die gesicherte Lagerung an Land. Die hierfür erforderlichen Qualitätsprüfungen von Sedimenten und Baggergut führen die U2-Mitarbeiter zusammen mit anderen Fachkollegen in der BfG durch. Diese interdisziplinäre Arbeitsweise ermöglicht eine umfassende Beurteilung der jeweiligen Situation.

Wo siedeln welche Organismen? Diese Frage wird mit Habitatmodellen beantwortet, die die Ansprüche der Organismen an ihren Lebensraum abbilden. Natürliche und anthropogen bedingte Veränderungen des Wasserspiegels können die empfindlichen Lebensgemeinschaften im Ufer- und Auebereich beeinflussen. Auslöser können beispielsweise Klimaänderungen sein, in deren Folge sich der Abfluss verändert. Aber auch geplante Wasserbauwerke wie Buhnen, Staulegungen oder andere Eingriffe können sich auf das Gewässer auswirken. U2 entwickelt und betreibt Modelle, wie z.B. das Flussauenmodell INFORM, um solche Auswirkungen zu untersuchen und die Reaktion der Lebensgemeinschaften auf Nutzungsänderungen in der Flussaue darzustellen. Je nach Datenlage und angewendeter Modellmethodik ist eine Abschätzung oder genauere Berechnung möglich.

Planungs- und Entscheidungsprozesse im Fluss(gebiets-)management müssen das Wissen unterschiedlichster Fachrichtungen miteinander verknüpfen. Beim Aufbau eines Pilot-DSS für die Elbe im BMBF-Forschungsverbund „Elbe-Ökologie“ sammelten wir dazu Erfahrungen und nutzen diese bei der Entwicklung integrierter Modellsysteme, die auf die Skala eines ganzen Flusseinzugsgebietes zielen.

Darüber hinaus nehmen wir fach- und institutionsübergreifende Koordinationsaufgaben wahr, derzeit für die WSD Süd die Bearbeitung der ökologische Aspekte innerhalb der EU-Studie zum Donauausbau.

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