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Mikrobiologie und Stoffhaushalt in Binnengewässern, Ästuaren und Küstengewässern

In Wasser, Sediment und Uferbefestigung der Wasserstraßen leben Bakterien, Algen und Zooplankton. Mit ihrem Stoffwechsel beeinflussen sie den Sauerstoff- und Nährstoffgehalt der Gewässer und damit die Lebensgrundlage der höheren Tier- und Pflanzenwelt. Die BfG untersucht Bestand und Stoffflüsse dieser Organismen in Binnengewässern, Ästuaren und Küstengewässern. In Flachlandflüssen fließt das Wasser wegen des geringeren Gefälles langsamer, in Ästuaren kommt die Wirkung von Ebbe und Flut hinzu. Wegen der längeren Aufenthaltszeit des Wassers haben diese Gewässer einen besonderen Nähr- und Sauerstoffhaushalt. Die Untersuchungen der BfG finden unter anderem regelmäßig in den Berliner Gewässern, der Elbe, der Saar und den norddeutschen Ästuaren statt. Dabei sind bereits viele neue Erkenntnisse über die Gewässergüte entstanden. Fließzeitkonforme Messungen, bei denen ein Wasserkörper flussabwärts begleitet und mehrfach beprobt wird, und Laborexperimente liefern weitere wertvolle Daten.

Diese Daten fließen unter anderem in die Weiterentwicklung des Gewässergütemodells QSim-123D ein. Die BfG hat dieses Modell entwickelt, setzt es seit fast 40 Jahren in Forschung und Praxis ein und passt es laufend an neue Fragestellungen an. Es hat einen deterministischen Ansatz, basiert also auf anerkannten naturwissenschaftlichen Zusammenhängen und kann so die Gewässergüte für Ausbau- oder Klimaszenarien prognostizieren.

Den Gewässergütemodellen liegen hydraulische Berechnungen zugrunde, die mit Tracerversuchen überprüft werden. Die so erhobenen Daten werden für Prognosen beim Ausbau von Bundeswasserstraßen und bei der Verbringung von Baggergut verwendet. Die Prognosen wiederum sind ein wichtiger Bestandteil von Umweltverträglichkeitsstudien.

Nicht nur die Gewässergütemodelle, auch die Untersuchungsmethoden werden ständig weiterentwickelt. Darüber hinaus beteiligt sich das Referat U2 an verschiedenen Forschungsprojekten und fördert damit den Wissensaustausch mit Fachkollegen verschiedener Einrichtungen auf nationaler und internationaler Ebene.

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