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Messmethoden

Um den Sauerstoff- und Nährstoffhaushalt sowie die Trophie (Intensität des Nährstoffangebots) eines Gewässers beurteilen zu können, müssen aussagekräftige Daten vorliegen. Dazu gehören der Phytoplanktongehalt, die Phyto-/Zooplanktonzusammensetzung und diverse physikalisch-chemische Güteparameter. Reichen die verfügbaren Überwachungsdaten der Länder für die gegebene Fragestellung nicht aus, führt die BfG eigene Messungen durch. Dafür steht ein mobiles Labor zur Verfügung, ein speziell auf diese Aufgabe zugeschnittener Laborbus. Damit können die Proben sofort vor Ort entsprechend vorbehandelt, fixiert oder direkt untersucht werden. So wird eine Veränderung der Proben während des Transports vermieden und eine hohe Qualität der Messungen erreicht.

Bei den Probenahmen können Multiparametersonden vor Ort mehrere Messgrößen gleichzeitig erheben, wie Sauerstoffgehalt, Wassertemperatur oder Trübung. Diese Sonden sind aber auch für längerfristige stationäre Messungen geeignet. Die BfG betreibt mit ihnen ein Messnetz mit Datenfernübertragung an Standorten in Binnen- und Tidegewässern, angepasst an die jeweilige Fragestellung. Hier messen Sonden verschiedene Parameter der Wassergüte, teilweise kontinuierlich und in unterschiedlichen Wassertiefen.

Der Austausch von Sauerstoff oder Nährstoffen zwischen Wasserkörper und Sediment wird in so genannten Benthoskammern bestimt. Diese abgeschlossenen Behälter von 40 cm Durchmesser stehen zur Bestimmung des Sediment-Fluxes auf der Gewässersohle.

Im BfG-Labor ist die Untersuchung der Proben auf weitere Parameter möglich. Hier werden zum Beispiel die Konzentrationen von Nährstoffen oder Chlorophyll, der chemische oder biologische Sauerstoffbedarf oder die Anteile der verschiedenen Phytoplanktongruppen bestimmt. Das geschieht auf nass-chemisch nach DIN in der Küvette, mittels eines Continuous-Flow-Analysators oder mit HPLC.

Tracerversuche dienen dazu, die den Gewässergütemodellen zugrundeliegenden hydraulischen Berechnungen zu überprüfen. Dazu wird das fließende Wasser mit einem ungefährlichen Stoff markiert und flussabwärts dessen Konzentrationsverlauf gemessen, z. B. um Fließzeit oder Stofftransport zu bestimmen. Ähnliche Datenerhebungen stehen weder in Dichte noch Qualität anderweitig zur Verfügung. Sie sind Grundlage für Prognosen beim Ausbau und bei der Unterhaltung von Bundeswasserstraßen und bei der Verbringung von Baggergut.

Laborfahrzeug, Außen- und InnenansichtLabor-Bus

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