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Referat M5 – Geodäsie

Die Geodäsie ist die Wissenschaft von der Vermessung und Abbildung der Erde. Bei den Bundeswasserstraßen wird die Vermessung vorrangig an den Gewässern selbst und deren Vorländern durchgeführt, aber auch an Einzelobjekten wie Wasserbauwerken oder Pegeln. Gefordert sind genaue Lage- und Höhenfestlegungen aller relevanten Objekte sowie deren mögliche räumliche Veränderungen. Daraus entstehende Produkte sind die Grundlage zur Bearbeitung verschiedener Fragestellungen, z. B. in Wasserbau, Verkehrssicherung, Hydrologie, Morphologie oder Ökologie.

Zu den geodätischen Aufgaben des Referates M5 gehören die angewandte Forschung, die Beratung und die Begutachtung bei der Bereitstellung qualitätsgesicherter Produkte für den WSV-Alltag. Erfordert eine Aufgabe spezielle Fachkenntnisse, führt das Referat auch geodätische Messungen an Bundeswasserstraßen aus, wertet die erhobenen Daten aus und erstellt die zugehörigen Produkte. Arbeitsgrundlage sind die Anforderungen der Nutzer und Auftraggeber, wozu in erster Linie die WSV und das BMVI, aber auch weitere nationale und internationale Institutionen gehören. Die Zusammenarbeit mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen und den Messsystemherstellern ist obligatorisch.

Die Aufgaben des BfG-Referats "Geodäsie" gliedern sich in vier Bereiche:

  • Geodätische Referenzsysteme, Geokinematik
    Raumbezogene Angaben beziehen sich immer auf ein geodätisches Referenzsystem. Auch das Lage- und Höhennetz der Bundeswasserstraßen muss an übergeordnete deutsche oder europäische Bezugssysteme angebunden sein. Erst dann werden z. B. Wasserstandsmessungen an Pegeln miteinander vergleichbar. Es ist ein Arbeitsschwerpunkt des Referats M5, derartige Bezugssysteme zu analysieren. Entlang der Bundeswasserstraßen realisiert es das Höhenreferenzsystem der WSV. Mit Satelliten wird die Höhenlage von Pegeln an der Küste hochgenau, d. h. im mm-Bereich, bestimmt. Ohne diese Ergebnisse wäre z. B. eine exakte Bestimmung von Meeresspiegeländerungen unmöglich. Aber auch im Binnenbereich gibt es großräumige Vertikalbewegungen im Bereich der Wasserstraßen wie Senkungen in Bergbaugebieten. Deswegen untersucht das Referat Geodäsie zurzeit für den Wasserstraßenbereich geeignete Satellitenmessverfahren.
  • Gewässervermessung
    Daten der Gewässervermessung dienen der Verkehrssicherung, der Gewässerkunde, der Suche von Hindernissen unter Wasser oder dem Ausbau und der Planung der Wasserstraßen. Zur Ermittlung dieser Daten benötigt man geodätische Messsysteme und -verfahren, die das Referat M5 entwickelt, erprobt und optimiert. Weiterhin berät es die WSV bei Fachkonzepten, Beschaffungen und bei der Einführung neuer Messsysteme und -verfahren. Qualitätsmanagement-Systeme helfen dabei, den Produktionsablauf von der Auftragsannahme bis zur Abnahme durch den Kunden zu optimieren. Ein Beispiel ist aQua, das angewandte Qualitätsmanagementsystem in der Gewässervermessung.
  • Geotopographie
    Die Geotopographie beschreibt die Form und Bedeckung der Erdoberfläche. Die dazu notwendigen Daten werden heute meist per flugzeug- oder satellitengestützter Fernerkundung als digitale Bilder oder Laserpunkte erfasst und münden in Geobasisdatenprodukte wie digitale Geländemodelle, Karten, oder Hoch- und Niedrigwasserdokumentationen. Der Bereich Geotopographie erstellt solche qualitativ hochwertigen geotopographischen Datenprodukte unter Beachtung fachlicher und wirtschaftlicher Kriterien. Beispiele sind digitale Geländemodelle der Oder- und Havel-Oder-Wasserstraße mit dem Gewässerbett und den Vorländern, des tidebeeinflussten Bereiches der Ems von Papenburg bis zur Nordseeinsel Juist oder des Verkehrsnetzes der Bundeswasserstraßen. Außerdem werden die zugehörigen Datenerfassungs- und -modellierungsmethoden bewertet und für den Praxiseinsatz weiterentwickelt.
  • Objektvermessung
    Die Objektvermessung in der BfG befasst sich mit geodätischen Fragestellungen für die Planung, Ausführung, Dokumentation, Überwachung und Beweissicherung von Wasserbauwerken wie Schleusen, Wehre, Brücken oder Sperrwerke – vorrangig mit dem Ziel des Know-how-Transfers in die WSV. Das Referat M5 berät die WSV bei Ausbau, Betrieb und Unterhaltung ihrer Anlagen und wirkt derzeit vor allem an Instandsetzungsmaßnahmen zur Erhaltung der Verkehrsinfrastruktur mit. Hier sind zurzeit Fachbeiträge für Instandsetzungsmaßnahmen zur Erhaltung der Verkehrsinfrastruktur gefordert.

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