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Referat M3 – Grundwasser, Geologie, Gewässermorphologie

Die Flüsse transportieren ständig eine große Menge an Feststoffen stromabwärts. Dabei schweben die feinen Partikel im Wasser, die groben bewegen sich entlang der Gewässersohle. Die Randbedingungen der Strömung entscheiden, ob in einem Flussabschnitt Festoffe abgelagert oder weiter transportiert werden. Diese Sedimentation bzw. Erosion genannten Vorgänge prägen die Gestalt des Flusslaufs. An der Gewässersohle – einer sensiblen Grenzfläche, die gleichzeitig Lebensraum vieler Tierarten ist – findet der Austausch zwischen Fluss- und Grundwasser statt . Unterhalb der Gewässersohle schließlich bewegt sich nicht der Feststoff im Wasser, sondern das Wasser im Feststoff: es zirkuliert in den Poren des Bodens oder im Grundwasserleiter.

Diese natürlichen Vorgänge spielen bei Ausbau, Unterhaltung und Betrieb der Wasserstraßen eine wichtige Rolle. Das spiegelt sich auch in den vier Arbeitsschwerpunkten des Referats M3 wider:

  • Der Bereich "Hydrogeologie" beobachtet die Grundwasserbeschaffenheit, untersucht Altlasten, begleitet die Untersuchungen Dritter und beurteilt, wie sich wasserbauliche Eingriffe auf Grundwasser und Boden auswirken. Er beschäftigt sich mit der Unterbringung von Baggergut an Land und den damit verbundenen boden- und abfallrechtlichen Fragen. Weiterhin untersucht er Austauschvorgänge und Stoffströme zwischen Oberflächenwasser und ufernahem Grundwasser. Die Frage, wie sich Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen auf den Grundwasserhaushalt und die Grundwasserqualität auswirken, kann dabei oft nur mit Hilfe numerischer Modelle beantwortet werden.
  • Die Mitarbeiter des Bereichs „Hydromorphologie“ erfassen und bewerten hydromorphologische Parameter, morphologisch-ökologische Wirkungszusammenhänge sowie Auswirkungen flussbaulicher Maßnahmen. Sie sind zuständig für die hydromorphologischen Beiträge zu UVU bzw. URE, erstellen ökologische Wirkungs- und weitere fachliche Analysen, entwickeln Erfassungs-/Bewertungsverfahren und gewässertypspezifische Referenz-/Zielsysteme und wenden diese an. Eine weitere Aufgabe ist das Sedimentmanagement unter hydromorphologischen Aspekten.
  • Woher die im Gewässer transportierten Sedimente kommen, wo sie verbleiben und wie man mit ihnen bei der Gewässerunterhaltung im Binnenland und an der Küste umgeht – das untersucht der Bereich "Sedimenthaushalt". Vor allem feinkörnige Sedimente mit ihrer großen spezifischen Oberfläche sind oft schadstoffbelastet und stellen dadurch eine besondere Herausforderung dar. Schwebstoff- und Sedimenttransportmessungen sowie Untersuchungen von Proben der Gewässersohle liefern Grundlagendaten für die Beurteilung des Sedimenthaushalts. Um den Einfluss von Klimaänderungen auf den Sedimenthaushalt abzuschätzen, kommen numerische Modelle zum Einsatz.
  • Der Bereich "Gewässerbettentwicklung" untersucht und dokumentiert die gewässermorphologische Entwicklung. Mit den Ergebnissen aus Geschiebe- und Schwebstofftransportmessungen, Sohlpeilungen und Sohluntersuchungen erstellt er Sedimentbilanzen, die wiederum Grundlage für die Unterhaltung ganzer Gewässerabschnitte sind. Deswegen vertiefen die Mitarbeiter ihr Fachwissen ständig, z. B. durch sedimentologische Untersuchungen. Das Wissen fließt in numerische Sedimenttransportmodelle ein, mit denen sich die Entwicklung des Gewässerbetts analysieren und prognostizeren lässt.

GruppenbildDie Mitarbeiter des Referats M3

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