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Ästuarsysteme und Seewasserstraßen

Die deutschen Küstengewässer und Ästuarsysteme sind bedeutende Wasserstraßen und Bindeglied zwischen dem binnenseitigen Wasserstraßennetz und den internationalen Handelsrouten zur See. Verkehrstechnische Knotenpunkte sind die deutschen Seehäfen wie Hamburg oder Rostock. Das Referat M3 bearbeitet im Ästuarbereich das Sedimentmanagement und hydromorphologische Fragestellungen mit Fokus auf die ökologische Integrität des Verkehrsträgers Wasserstraße. Wichtigster Auftraggeber ist die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Darüber hinaus bearbeitet es Aufträge Dritter, wie z. B. den Auftrag der Hamburg Port Authority zum Monitoring der Auswirkungen des Sedimentfanges Wedel in der Tideelbe.

Das Elbeästuar ist als Wasserstraße ausgebaut und verbindet, neben kleineren Häfen wie Cuxhaven, Brunsbüttel, Glückstadt oder Stade, den Hamburger Hafen mit der Nordsee. Die Fahrrinnenanpassung aus dem Jahr 1999 ermöglicht heute die Passage von Schiffen mit einem Tiefgang von maximal 14,80 m für einlaufende bzw. 13,50 m für auslaufende Schiffe; tideunabhängig sind maximal 12,50 m Tiefgang möglich. Die Sicherstellung der planfestgestellten Wassertiefen erfordert kontinuierliche Unterhaltungsarbeiten sowohl im Hauptstrom der Tideelbe als auch im Hamburger Hafen.

Im Jahr 2008 hat die WSV und die HPA ein Strombau- und Sedimentmanagementkonzept beschlossen, welches gemeinsame Handlungsgrundlage und nachhaltiges Entwicklungskonzept für die Tideelbe ist. Das Referat M3 berät und unterstützt die Wasser- und Schifffahrtsämter Hamburg und Cuxhaven sowie die HPA bei der Umsetzung dieses Konzepts.

Das Referat M3 erstellt Gutachten, die die Beschaffenheit von Sedimenten und die Auswirkungen von Baggerung und Verbringung des Baggergutes auf Morphologie und Sedimenthaushalt beschreiben. Darüber hinaus ist es an UVU'en und URE'n bei Ausbauprojekten beteiligt. Es berät die Wasser- und Schifffahrtsämter vor Ort und unterstützt das Ziel, den Sedimenthaushalt der Wasserstraßen besser zu bewirtschaften.

In den Küstengewässern und Ästuarsystemen messen und erfassen die Mitarbeiter Sedimenttransport und -haushalt. Die Durchführung von Messkampagnen in der Natur bildet die Arbeitsgrundlage für die Erstellung von Gutachten und Berichten. Eingesetzt werden dabei alle gängigen Messverfahren zur Erfassung des Sedimenthaushaltes, wie z. B. ADCP, optische Trübungssensoren oder Mehrfrequenzverfahren zur Abtastung des Gewässerbodens. Sediment- und Schwebstoffproben werden im Sedimentlabor des Referats M3 analysiert.

Forschungs- und Entwicklungsprojekte bilden einen weiteren Arbeitsschwerpunkt des Referats M3. Hier werden unter anderem Monitoringkonzepte entwickelt, welche Sedimenttransport und -haushalt für einen bestimmten Bereich oder für ein gesamtes Ästuar messtechnisch erfassen. Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Sedimenthaushalt der Nordseeästuare ist ein Teil des Forschungsprogramms KLIWAS. In diesem Teilprojekt untersucht das Referat M3 die Auswirkungen des Klimawandels auf den Sedimenthaushalt der Nordseeästuare. Das Projekt soll Auswirkungen der möglichen Veränderungen des Sedimenthaushaltes und der Morphodynamik prognostizieren. Voraussetzung hierzu ist ein verbessertes Verständnis der Transportprozesse und der naturräumlichen Randbedingungen sowie des Einflusses der einzelnen Wirkfaktoren und deren kumulative Wirkung auf die Sedimentdynamik.

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