Navigation und Service

Hydrogeologie

Grundwasser, Altlasten, Boden/Baggergut

Wie wirken sich Ausbau und Unterhaltung der Bundeswasserstraßen auf Boden und Grundwasser aus? Können Baggergut und Bodenaushub von Baumaßnahmen auf Land verwertet werden oder muss die Beseitigung auf einer Deponie erfolgen? Derartigen Fragen gehen die Mitarbeiter des Arbeitsbereichs "Hydrogeologie" nach. Das Ergebnis solcher Untersuchungen ist ein optimiertes Baggergutunterbringungskonzept, welches sowohl umweltrelevante als auch wirtschaftliche Gesichtspunkte berücksichtigt.

Bei manchen Bauvorhaben müssen zusätzliche Fragen beantwortet werden. Berührt eine Ausbaumaßnahme einen Altlastenstandort, kann es zum Beispiel zu einer Mobilisierung von Schadstoffen und einer Gefährdung des Grundwassers kommen. Solche Auswirkungen müssen schon im Vorfeld untersucht werden. Dabei sind meist komplexe Belastungsszenarien in Grundwasser und Boden zu betrachten und – sofern fachlich angezeigt – Sanierungsvorschläge zu erarbeiten. Aber nicht nur bei Bauvorhaben, auch im Rahmen der Fürsorgepflicht der WSV für die Umwelt sind Altlastenstandorte zu bearbeiten.

Für den vor- und nachsorgenden Bodenschutz führt die BfG bodenkundliche Untersuchungen durch, und zwar für die Böden an Land oder im Einfluss des Grund- oder Oberflächenwassers (semiterrestrischer Bereich). Diese Untersuchungen sind häufig notwendig, wenn geeignete Standorte für die Baggergutverbringung oder für Kompensationsflächen gesucht werden oder wenn die Nutzung von Flächen geändert werden soll. Neben dieser auf den Einzelfall bezogenen, praxisorientierten Arbeitsweise gilt es auch, interdisziplinäre Fragestellungen zu lösen. Dazu arbeiten die Fachleute des Referats M3 eng mit den anderen Fachbereichen der BfG zusammen. So sind für Aufgaben der wasserwirtschaftlichen Unterhaltung die großräumige einzugsgebietsbezogene Betrachtung und die Kopplung mit morphologischen Faktoren von Interesse. Und wenn es um den Boden als Lebensraum für Tiere und Pflanzen geht, kümmert sich der Aufgabenbereich „Ökologie der Bundeswasserstraßen“ um die damit verbundenen Fragestellungen.

SchemazeichnungOperationelle Aufgaben in der Hydrogeologie (BG = Baggergut, GW = Grundwasser)

Wirkt sich ein Bauvorhaben auf das Grundwasser aus, und welche Auswirkungen sind dann zu erwarten? Diese Frage ist oft zu klären, wenn an Bundeswasserstraßen Baumaßnahmen anstehen. Beeinflussen diese den Austausch zwischen Wasserstraße und Grundwasser – und damit den Grundwasserstand –, kann sich dies auf ökologisch empfindliche Bereiche in der Umgebung auswirken. Aber auch die Qualität des Grundwassers kann betroffen sein. So ist es bei Arbeiten an einem Kanal möglich, dass während der Bauphase vermehrt Kanalwasser in den Untergrund versickert und Wassergewinnungsanlagen in der Umgebung gefährdet. Die chemische Beschaffenheit des Grundwassers kann außerdem durch die Ablagerung von Baggergut oder durch Ausbaumaßnahmen in Gebieten mit sensiblen Grundwasserleitern beeinflusst werden. In solchen Fällen führt die BfG eine Beweissicherung durch. Um die Auswirkungen zu prognostizieren, werden dabei numerische Grundwassermodelle eingesetzt.

DiagrammWassergehalt in der ungesättigten Zone, abhängig von Tiefe und Zeit. Eindimensionale Berechnungen mit dem Grundwassermodell FEFLOW

Diese Seite

© 2017 BfG