Navigation und Service

Tracer-Messtechnik

Ansprechpartner: Dr. habil. Ulrich Barjenbruch

Tracer sind für das Gewässer unschädliche Markierungs- oder Spurenstoffe, die mit geeigneten Methoden noch in sehr geringen Konzentrationen nachweisbar sind. Sie werden ins Gewässer eingebracht, um hydrologische Vorgänge wie die Fließgeschwindigkeit oder die Ausbreitung von Schadstoffen zu untersuchen.

Zur Ermittlung der Fließzeiten von Oberflächen- und unterirdischem Wasser sowie für die Untersuchung des Schadstofftransportes im Wasser setzen wir Tracermessverfahren ein und entwickeln diese weiter.

Rote Farbstoffwolken im GewässerAnwendung eines Tracers in der Elbe (li.) und an der Lahn (re.)

Tracermethoden kamen beispielsweise bei folgenden Problemstellungen erfolgreich zum Einsatz:

  • Untersuchungen des Tracertransports in der Elbe zwischen Němčice und Dresden
    Zur Verifizierung des von der BfG entwickelten Schadstofftransportmodells ALAMO (Alarmmodell Elbe) ist im Mai 2005 ein Tracerversuch im Elbabschnitt zwischen Němčice und Dresden durchgeführt worden. Bei diesem Versuch kam der Tracer Amidorhodamin zum Einsatz, der kurz nach der Einleitung noch als rote Wolke sichtbar ist (siehe Bild). Im weiteren Fließverlauf nimmt die Sichtbarkeit der Tracerwolke infolge der Konzentrationsverminderung durch Dispersion und Diffusion jedoch ab, so dass er mit bloßem Auge nicht mehr zu erkennen ist. Der Nachweis des Tracerdurchgangs erfolgte daher stromab durch den Einsatz von Fluorimetern.
  • Tracerversuch zum Nachweis der Undichtigkeit eines Kraftwerkkanals
    An einer Ufermauer des Schleusenkanals der Schleuse Limburg traten im Sommer 2005 erhebliche Durchsickerungen auf. Um deren Ursache zu ermitteln, haben wir daher im Auftrag des WSA Koblenz Tracerversuche durchgeführt, um den Sickerweg und die Quelle des Sickerwassers zu ermitteln. Durch die Untersuchungen konnten wir als Ursache zweifelsfrei eine Undichtigkeit in einem neben der Schleuse verlaufenden Kraftwerkskanal festgestellen. Das Foto zeigt die Einleitung des Tracers in den Kraftwerkskanal.

Die im Referat M1 eingesetzten Tracermessverfahren basieren auf der Analyse der Fluoreszenz im Wasser gelöster Stoffe. Die Form des Fluoreszenzspektrums dient der Indentifikation des Tracers, während die Intensität der Fluoreszenz als Maß für die Konzentration des Tracers genutzt wird.

Folgende Geräte zur Fluoreszenzanalyse stehen zur Verfügung:

  • Laser-Fluoreszenzsensor zur in-situ Messung des Fluoreszenzspektrums
  • Fluorimeter zur in-situ Messung der Gesamtfluoreszenz
  • Fluoreszenzspektrometer

Diese Seite

© 2017 BfG