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Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch (DGJ)

Ansprechpartner: Jörg Uwe Belz, Daniela Supper-Nilges, Wilfried Wiechmann,

Viele gewässerkundliche Aufgabenstellungen, sei es die Bemessung eines Bauwerks oder die Untersuchung von Hochwasserereignissen der Vergangenheit, lassen sich nur mit Hilfe verlässlicher hydrologischer Daten lösen. Basis dafür sind historische Pegeldaten. Sie sind unverzichtbar für die hydrologische Charaktisierung unserer Flüsse und dienen sowohl als Grundlage für die Beurteilung von Veränderungen in der Vergangenheit als auch für die Prognose zukünftiger Trends im Abflussgeschehen.

Das Deutsche Gewässerkundliche Jahrbuch (DGJ) enthält offizielle gewässerkundliche Kenngrößen, hauptsächlich Wasserstands- und Abflussdaten, ausgewählter Messstellen aus oberirdischen Gewässern. Es erscheint, entsprechend der Einteilung in Strom- und Küstengebiete, jährlich in zehn Teilbänden. Das DGJ enthält sowohl Tageswerte als auch statistische Auswertungen der Messstellen, d.h. Hauptwerte, Dauertabellen und Extremwerte. Die Veröffentlichung erfolgt hauptsächlich in Tabellenform, für einzelne Stationen auch in grafischer Aufbereitung. Im Tabellenteil sind dabei die Wasserstände (W), Abflüsse (Q), Wassertemperaturen (TW ) und Schwebstoffdaten (S) veröffentlicht.

Im DGJ sind die Daten von 1450 Pegeln enthalten, davon liefert die WSV die Daten von 190 Pegeln. Die BfG erzeugt aus diesen bereitgestellten Daten die DGJ-Beiträge der WSV. Die Länder liefern die übrigen Beiträge und geben die Jahrbücher heraus.

Die Historie des Deutschen Gewässerkundlichen Jahrbuchs

Mit der Veröffentlichung von Pegeldaten wurde in Deutschland bereits vor rund 150 Jahren begonnen. Das erste Regionaljahrbuch erschien, bezogen auf das Berichtsjahr 1851, für Hessen. Weitere Regionaljahrbücher folgten für Baden (1883), Württemberg (1884) und Bayern (1899). Für die Jahre 1901 bis 1936 hat die Preußische Landesanstalt für Gewässerkunde und Hauptnivellements "Jahrbücher der Gewässerkunde Norddeutschlands" herausgegeben. Die Daten der Jahre 1937 bis 1940 sind Im "Jahrbuch der Gewässerkunde des Deutschen Reiches" (einschließlich Österreich) publiziert. Eingeteilt war dieses Werk in sieben "Stromgebiete" und einen "Allgemeinen Teil".

Ab dem Jahr 1941 bis 1955 finden sich die quantitativen Daten der deutschen Gewässer in 11 Teilbänden sowie einem regionalen Ergänzungsheft unter der Bezeichnung "Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch". Daten von Pegeln im Gebiet der DDR waren in einem gesonderten Band zusammengefasst. Die Berichtszeiträume 1956 bis 1958 finden sich in leicht geänderter Einteilung gegenüber den vorausgegangenen 15 Jahren. 1959 ging die DDR endgültig eigene Wege - das hatte zur Folge, dass nunmehr zwei deutsche Jahrbücher erschienen, nämlich das Gewässerkundliche Jahrbuch der DDR (als Regionaljahrbuch) und das Deutsches Gewässerkundliche Jahrbuch (DGJ) mit einem Allgemeinen Teil, sechs Stromgebiets-Teilbänden und regionalen Ergänzungsheften.

1967 bis 1989 erschien das DGJ in sieben Stromgebiets-Teilbänden. Seit dieser Zeit produziert jedes Land und der Bund die DGJ-Seiten für die Daten seiner Zuständigkeit selbst und liefert sie dem jeweiligen Herausgeber druckfertig zu.

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