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Hydrometrische Messnetze

Ansprechpartner: Dr. U. Barjenbruch, Jens Wilhelmi

Aktuelle Informationen zum Wasserstand an den wichtigsten deutschen Pegeln sind von großer Bedeutung, sei es für die Binnenschifffahrt, für Wasserwirtschafts-Maßnahmen von Bund und Ländern oder für die Bevölkerung im Falle eines Hochwassers. Zu diesem Zweck ist es notwendig, dass diese Pegel mit automatischen Mess- und Datenübertragungs- Einrichtungen ausgestattet sind. Aufgrund unterschiedlicher Rahmenbedingungen oder örtlicher Verhältnisse sind nicht alle Pegel hinsichtlich ihrer technischen Ausstattung und Betriebsweise gleich Um vergleichbar zu sein, müssen die Wasserstandsangaben einen Mindest-Qualitätsstandard erfüllen. Dieser ist in der "Deutschen Pegelvorschrift" der "Länderarbeitsgemeinschaft Wasser" (LAWA) festgelegt.

Ein reibungsloser und wirtschaftlicher Betrieb der Pegelmessnetze verschiedener Betreiber ist nur möglich, wenn auch die Datenübertragungswege bzw. die Schnittstellen der einzelnen Messnetze harmonisiert werden. Ein organisationsübergreifender Datenaustausch erfordert die Festlegung von Semantik und Syntax des Datenaustausches, sowie einiger weiterer technischer Randbedingungen. Grundlage dieser Festlegungen sind nationale und internationale Standards (z.B. ISO/OSI- Schichtenmodell) und (häufig proprietäre) Quasi-Standards sowie fachspezifische Regelwerke für die Semantik.

Die BfG (Referat M1) hat federführend in einer Arbeitsgruppe der WSV ein Konzept zur Harmonisierung des digitalen Pegeldatenabrufes im Bereich des Bundes erarbeitet, wobei sich die Arbeitsgruppe eindeutig für eine Hamonisierung seiner hydrometrischen Messnetze durch die zukünftige Einführung von Web Services zur Pegeldatenübertragung entschieden hat.

Mit der Festlegung des verbindlichen Standards auf Basis von Web Services wird vor allem beabsichtigt, ein herstellerunabhängiges Protokoll und Datenformat zur Abfrage und Parametrierung der Messstationen zu etablieren. Im Zuge der Festschreibung dieses Standards lässt sich hohes Maß an Herstellerunabhängigkeit aller beteiligten Soft- und Hardwarekomponenten erwarten. Unter Verwendung verbreiteter Standards, bzw. in diesem Umfeld frei verfügbarer Softwarebibliotheken und -werkzeuge, kann auch der Geräte- und Software-Entwicklungsaufwand deutlich reduziert werden.

Zur Einführung dieser Technologie werden wir in naher Zukunft folgendes entwickeln

  • Einen XML-Dialekt (XHydro) zur optimierten Übertragung der Pegeldaten für die WSV (weitere Informationen: www.xhydro.de)
  • Datenlogger mit einer Web Service-Schnittstelle

Am Rheinpegel in Mainz haben wir den ersten Prototyp einer Messstation realisiert, deren Daten mit Web-Services abgerufen werden können.

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