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Referat G4: Radiologie und Gewässermonitoring

Wie die Radioaktivität in der Umwelt überwacht werden soll, legt das deutsche Strahlenschutzvorsorgegesetz sehr genau fest. Die BfG hat demnach den Auftrag, als überregionale Behörde die Bundeswasserstraßen großräumig zu überwachen und den radiologischen Zustand aller deutschen Oberflächengewässer zu bewerten. In der BfG nimmt das Referat G4 diese Aufgaben wahr.

Die in unseren Gewässern enthaltenen radioaktiven Stoffe stammen aus natürlichen und anthropogenen Quellen. Zu letzteren gehören die oberirdischen Kernwaffentests der 1950er und -60er Jahre, denn damals gelangten erhebliche Mengen künstlicher Radionuklide in die Atmosphäre und die Umwelt. Mitte der 1950er Jahre begann man in der damaligen Bundesrepublik mit der systematischen Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt und mit dem EURATOM-Vertrag von 1957 wurde Deutschland auch rechtlich verpflichtet, die Umweltradioaktivität zu überwachen. In diesem Zusammenhang untersucht die BfG seit 1958 das Oberflächenwasser und die Sedimente der Bundeswasserstraßen auf radioaktive Stoffe und nimmt seit 1961 die Funktion einer Leitstelle wahr.

Der Reaktorunfall von Tschernobyl im Jahr 1986 zeigte erneut die Notwendigkeit der Überwachung und führte zu weitergehenden gesetzlichen und organisatorischen Regelungen. Noch im gleichen Jahr trat das Strahlenschutzvorsorgegesetz (StrVG) in Kraft, in dem der Auftrag der BfG zur großräumigen Überwachung der Bundeswasserstraßen gesetzlich festgelegt ist.

Dazu messen die Mitarbeiter des Referats G4 die Radioaktivität an 40 Warnstellen und bestimmen Radionuklide an Wasser-, Schwebstoff- und Sedimentproben im radiochemischen Labor der BfG. Diese Überwachungsaufgaben sind Teil des "IMIS", des Integrierten Mess- und Informationssystems des Bundes zur Überwachung der Umweltradioaktivität.

Für nukleare Ereignisfälle, d. h. die Freisetzung radioaktiver Stoffe, hat das Referat G4 Vorhersagemodelle entwickelt, mit denen es bei Bedarf Ausbreitungsprognosen für die wichtigsten Bundeswasserstraßen liefern kann.

Neben diesen gesetzlichen und operativen Tätigkeiten gehört es zu den Aufgaben des Referats, die umfangreichen Gewässerqualitätsdaten des internationalen Rheinmessprogrammes auszuwerten und zu interpretieren. Dabei geht es auch um die Auswirkungen der wasserwirtschaftlichen Rahmengesetzgebung auf die Gewässerqualität. Die Daten ausgewählter Messstationen am Rhein werden für die Zahlentafeln der IKSR aufbereitet und im Internet präsentiert.

Detaillierte Informationen finden Sie unter den angegebenen Arbeitsbereichen.

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