Navigation und Service

Referat G3 – Aktuelle Forschungsprojekte

BMUB-Projekt „PASTraMi“

Das Projekt „Realistische Abbildung von Schadstoffbelastungen in Gewässern unter Einsatz von Passivsammlern“ soll Möglichkeiten und Grenzen von Passivsammlern für die Ermittlung kurzzeitiger Konzentrationsänderungen, beispielsweise von Pflanzenschutzmitteln, beurteilen. Verschiedene Pulsszenarien werden unter naturnahen, aber kontrollierten Bedingungen in erster Linie in Fließrinnen untersucht. Dabei geht es auch um die Unsicherheiten bei der Auswertung von Passivsammlermessungen. Es soll eingeschätzt werden, ob Passivsammler für ein PSM-Monitoring an Kleingewässern geeignet sind und ob man sie zur Erfolgskontrolle verwenden kann, wenn Stoffeinträge vermieden oder reduziert werden sollen. Das Projekt trägt den Kurztitel Kurztitel „PASTraMi“ (Eignung von PAssivsammlern im SToff-Monitoring) und wird im Rahmen des BMUB-Ressortforschungsplans durchgeführt.

BMUB-Projekt „AnPassa II“

Das Projekt „Kombinierte chemische und ökotoxikologische Überwachung von Schadstoffen in Gewässern" („AnPassa“) wird im Rahmen des BMUB-Ressortforschungsplans durchgeführt. Es soll Passivsammler-Probenahmen mit Biotesten kombinieren und die chemische und ökotoxikologische Bewertung komplexer Mischungen von Umweltchemikalien in Gewässern ermöglichen. Es wird die Kenntnisse über stoffliche Gewässerbelastungen und die toxikologische Relevanz komplexer Schadstoffmischungen in Gewässern verbessern und außerdem Empfehlungen für die Anwendung von Passivsammlern im regulatorischen Monitoring für die Wasserrahmenrichtlinie, die Meeresstrategierahmenrichtlinie, HELCOM und OSPAR erarbeiten.

BMVI-Projekt „Diorama“

In "Diorama" geht es um sedimentassoziierte Schadstoffe mit dioxinähnlicher Wirkung. Das Projekt soll die Wissensbasis verbessern, die für eine Bewertung der von diesen Stoffen ausgehenden Risiken notwendig ist. Dazu gehört es, Wissenslücken hinsichtlich der Bioverfügbarkeit und der Expositionspfade für Fischspezies zu schließen, Expositions- und Effektbiomarker (Fisch) zu validieren, damit Effektschwellen festzulegen sowie Methoden zur Analyse dioxinähnlicher Effekte aus Sediment und Biota zu etablieren. Sie sind damit eine Alternative zur chemischen Analytik. Die Projektergebnisse ermöglichen eine Gesamtbetrachtung der Ursache-Wirkungskette dioxinähnlicher Effekte – beginnend beim Sediment über Biota (Gewebekonzentration), Expositionsbiomarker bis hin zu Effektbiomarkern und damit verbundenen Schadeffekten. Mit dieser differenzierten Betrachtung lässst sich die Relevanz hoch- und mäßigpersistenter Schadstoffe mit dioxinähnlicher Wirkung beurteilen. Das Projekt wird vom BMVI gefördert und in Kooperation mit der RWTH Aachen durchgeführt.

Expertennetzwerk BMVI: Bau- und bauwerksbedingte Emissionen / Immission in Wasser, Boden und Luft

Inwieweit beeinflussen bau- und bauwerksbedingt freigesetzte (Schad-)Stoffe die Qualität von Wasser, Boden oder Luft? Für die Bundesoberbehörden des BMVI besteht zu dieser Frage dringender Forschungs- und Entwicklungsbedarf. Wie beständig sind Bauprodukte bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen? Welche Stoffe werden unter den jeweils herrschenden gewässer- und bodenchemischen Bedingungen aus Bauprodukten freigesetzt? Wie wirken sich diese Stoffe ökotoxikologisch auf reale aquatische und terrestrische Ökosysteme aus? Für eine vollständige und nachhaltige Lebenszyklusbetrachtung von Bauprodukten ist es notwendig, die Beständigkeit von Bauwerken zu untersuchen, die freigesetzten Stoffe zu kennen und deren Umweltauswirkungen abzuschätzen. Auf Grundlage der Projektergebnisse sollen praxisfähige Bewertungsvorgaben erarbeitet werden.

Expertennetzwerk BMVI: Minderung verkehrsbedingter stofflicher Belastungen in Luft, Wasser und Boden

Das BMVI-geförderte Verbundprojekt soll stoffliche Belastungen vermindern, die durch den Menschen und den Verkehr hervorgerufen werden. Dies soll durch verkehrsträgerübergreifende Maßnahmen erreicht werden. Gleichzeitig sollen Mobilität und Verkehrsinfrastruktur erhalten und verbessert werden. Bei Bau, Betrieb und Unterhaltung von Verkehrswegen und deren Infrastruktur können verbesserte Technologien und neue verkehrsübergreifende Lösungsansätze stoffliche Belastungen verringern und die Risiken für die Umwelt und die menschliche Gesundheit minimieren. Die Ergebnisse dieses Projekts sollen deswegen direkt in die Planungen für Bau und Betrieb der Verkehrsinfrastruktur einfließen. Das toxikologische Teilprojekt wird zunächst die Eignung ökotoxikologischer Prüfverfahren für eine Anwendung auf verkehrsbedingte stoffliche Belastungen bewerten, z. B. durch Straßenabläufe und Abgasnachbehandlungsanlagen der Seeschifffahrt.

BMBF-Projekt „Flusshygiene“

Das Projekt „Flusshygiene“ im Rahmen der BMBF-Fördermaßnahme ReWaM entwickelt kurzfristige Prognosewerkzeuge zur Vorhersage mikrobiologisch-hygienischer Gewässerbelastungen für multifunktionell genutzte Gewässer, um bei Belastung Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergreifen zu können.

EU-LIFE-IP-Projekt „LiLa – Living Lahn River“ (LIFE 14IPE DE 022)

Das im Rahmen der LIFE Integrated Projects von der EU geförderte Vorhaben „Lebendige Lahn“ entwickelt länderübergreifend Maßnahmen, die den Fluss und die Region ökologisch aufwerten und lebenswerter machen und setzt diese um. Darüber hinaus wird ein nachhaltiges Nutzungskonzept für die gesamte Bundeswasserstraße Lahn erarbeitet. In diesen Prozess sollen die Land- und Gewässernutzer, die Tourismusverbände, der Naturschutz sowie die Menschen vor Ort eingebunden werden.

BMVI-Projekt „Mikroplastik in Bundeswasserstraßen“

Die EG-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie fordert von den Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft, das Müllvorkommen in den europäischen Meeresregionen zu bewerten, eine entsprechende Überwachung einzurichten und die Einträge so zu regulieren, dass keine schädlichen Effekte auf Meeresbewohner ausgeübt werden. Vor diesem Hintergrund erarbeitet das BMVI-geförderte Projekt eine wissenschaftliche Grundlage zur Bewertung, Überwachung und Regulierung von Mikroplastik in der aquatischen Umwelt.

BMVI-Projekt „NESTOR“

Das vom BMVI geförderte Projekt "Nestor" soll die Verwendung von Fadenwürmern (Nematoden) als Bioindikatoren zur Bewertung des ökologischen Zustands von Gewässern vorantreiben. Dies betrifft insbesondere das Kompartiment der Feinsedimente, welches häufig stark mit Chemikalien belastet ist. Die Bewertung der Feinsedimente ist ein wichtiger Bestandteil der retrospektiven Risikobewertung in aquatischen Ökosystemen.

In diesen Sedimenten sind meiobenthische Organismen, zu denen die Nematoden gehören, sehr häufig dominanter als die größeren makrobenthischen Organismen. Trotzdem wurde das Meiobenthos eher vernachlässigt, da es zu wenige meiobenthosbasierte Bewertungsmethoden (z. B. Indizes) gab, um schadstoffinduzierte Änderungen in benthischen Lebensgemeinschaften zu erkennen. Die Entwicklung und Validierung des NemaSPEAR[%]-Index im Rahmen verschiedener F+E-Projekte der BfG hat es jedoch ermöglicht, die Nemadtoden als eine der arten- und individuenreichsten benthischen Organismengruppen in die öko(toxiko)logische Qualitätsbewertung einzubeziehen. „NESTOR“ bearbeitet einige noch ausstehende Aufgaben:

  1. Methodische Vereinfachung der Anwendung des NemaSPEAR[%]-Index, Entwicklung und Etablierung DNA-basierter Methoden zur Identifikation von Nematoden; DNA-Barcoding
  2. Untersuchung des Einflusses chemischer Kontamination auf die Verbreitung von Nematodenarten im Vergleich zu anderen Einflussgrößen bzw. Verbreitungsmechanismen (Metacommunity-Analysen), um dadurch einen größeren Zusammenhang verschiedener anthropogener und natürlicher Faktoren herzustellen
  3. Vergleich des NemaSPEAR[%]-Index mit bestehenden Routinemethoden (z. B. Makrozoobenthos-Bewertung), um diesen in zukünftige Monitoringprogramme sinnvoll zu integrieren und so auch eine ganzheitlichere Bewertung des ökologischen Zustands von Gewässern zu erreichen

BMBF-Projekt „TREES“

Das im Rahmen der deutsch-israelischen Wassertechnologiekooperation geförderte BMBF-Projekt “Tracking effects of environmental organic micro-pollutants in the subsurface” (TREES) beschäftigt sich mit der Entwicklung einer Methodik zur Analyse der Quellen, der Verteilung und des Umweltverhaltens subterraner organischer Mikroverunreinigungen. Mikroverunreinigungen mit toxischen Eigenschaften stehen im Mittelpunkt des Projekts, basierend auf der Analyse biologisch unerwünschter Wirkungen und in direkter Kopplung mit chemischen Trennverfahren.

BMUB-Projekt „UGERO“

„UGERO“ steht für „Erforschung der Ursachen für die nachgewiesene Gewässerbelastung mit Rodentiziden (PBT-Stoffe) und Erarbeitung von Risikominderungsmaßnahmen zum Schutz der aquatischen Umwelt“. Das Projekt soll die Gewässerbelastung mit antikoagulanten Rodentiziden (Nagetiergifte, PBT-Stoffe) erforschen und grundlegende Erkenntnisse zur Erarbeitung von Risikominderungsmaßnahmen liefern. Die bisherige Zulassungsstrategie und die Umweltrisikobewertung sollen überprüft und ggf. angepasst werden, und zwar im Hinblick auf die voraussichtlich für 2020 anstehende Wiederzulassung dieser Stoffe durch die Behörden.

BMUB-Projekt „POP-Implement“

Das "Stockholmer Übereinkommen" regelt den Umgang mit bestimmten persistenten organischen Schadstoffen (POPs) und wurde von 180 Ländern unterzeichnet. Das Projekt „POP-Implement“ des BMUB-Ressortforschungsplans unterstützt Deutschland dabei, die Ziele des Übereinkommens auf nationaler Ebene und im globalen Kontext zu erreichen. Die Umsetzung in Deutschland setzt die Kooperation aller Akteure voraus. Deswegen soll im Rahmen des Projekts ein nationales Netzwerk geschaffen werden, das einen umfassenden Informationsfluss für Berichterstattung, Maßnahmenumsetzung und Überwachung ermöglicht. Ziel ist die Eliminierung bzw. Einschränkung von POPs. Aus der Komplexität der POP-Thematik ergeben sich zahlreiche Bezüge zu anderen Regularien auf internationaler, EU- und nationaler Ebene.

BMUB-Projekt „Vibrio“

„Vibrio“ soll ein Frühwarn- und Informationssystem für das Auftreten von Vibrionen entwickeln. Vibrionen sind Krankheitserreger, die beim Menschen schwere Infektionen hervorrufen können. Das Projekt soll deren Vorkommen und Verbreitung in Badegewässern untersuchen, abhängig von Temperatur, Zooplankton und Salinität des Wassers. Das Frühwarnsystem wird im Projekt aufgebaut und experimentell überprüft. Es soll insbesondere vor dem Auftreten von Vibrio vulnificus in Küsten- und Übergangsbadegewässern warnen. Ein deutschlandweites Informationssystem soll Ärzte in heißen Sommern auf das Problem möglicher Vibrioneninfektionen und notwendige Maßnahmen hinweisen. Das Projekt ist Teil des BMUB-Ressortforschungsplans.

Diese Seite

© 2017 BfG