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EU-Projekt KEYBIOEFFECTS

Was wird aus Schadstoffen im Gewässer ? Wie werden sie abgebaut und welchen Einfluss haben sie auf die dort lebenden Organismen?

Um die Wirkung von Schadstoffen in Gewässern zu bestimmen, reichen einfache Labortests meist nicht aus. Im Gegensatz zu standardisierten Laborbedingungen sind Gewässer natürliche Systeme, die vielfältige Wechselwirkungen mit ihrer Umwelt haben, in denen unterschiedliche Organismen leben und die ganz unterschiedlich auf Schadstoffe reagieren. In dem EU-finanzierten Projekt "KEYBIOEFFECTS" untersuchten zwölf europäische Forschungsinstitutionen die Ursache-Wirkungsbeziehungen in verunreinigten, ökologisch beeinträchtigten Gewässern. Für bestimmte Schadstoffe wurden Verhalten, Verbleib, Abbauprodukte und Wirkung im Gewässerökosystem untersucht. Besonders beachtet wurden bislang unbekannte oder wenig beachtete toxische Stoffen, für noch keine Grenzwerte existieren.

Aufgabe der BfG war die Analyse organischer Spurenverunreinigungen mittels moderner und leistungsstarker Instrumente wie z. B. Gas- und Flüssigkeitschromatographen mit massenspektrometrischer Detektion. Die Untersuchungen konzentrierten sich besonders auf den Verbleib der Spurenstoffe in der Umwelt. Schwerpunkte waren Labor- und Freilanduntersuchungen zur Sorption der Spurenstoffe an Sedimenten oder Schwebstoffen sowie ihre biologische Umwandlung in so genannte Transformationsprodukte. Unter anderem gelang es erstmalig, den biologischen Abbauweg von iodierten Röntgenkontrastmitteln im Detail nachzuvollziehen. Diese Stoffe werden vom Menschen unverändert ausgeschieden und auch durch Kläranlagen nicht wirksam entfernt. Es konnte gezeigt werden, dass daraus in Kläranlagen und in der Umwelt zahlreiche persistente Transformationsprodukte entstehen.

Die Projektergebnisse tragen dazu bei, praktische Instrumentarien für die Bewertung der Wasserqualität und der Gewässerökologie abzuleiten. Damit lassen sich wichtige Forderungen der WRRL erfüllen, wie z. B. die Bestimmung des ökologischen Zustands von Flusssystemen. Die Ergebnisse des Projekts können auf der KEYBIOEFFECTS-Website nachgelesen werden.

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