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EU-Projekt ERAPharm

Welche Umweltgefährdungen gehen von Arzneimitteln aus? ERAPharm sollte die wissenschaftlichen Grundlagen für die Umweltrisikoabschätzung von Human- und Veterinärpharmaka erweitern und bestehende Verfahren verbessern. In dem Projekt ging es um die Epositions-, Wirkungs- und Umweltrisikoabschätzung von Arzneimitteln.

ERAPharm sollte:

  • Neue, bisher kaum untersuchte Expositionspfade betrachten
  • Das Verhalten von Arzneimitteln und deren Abbauprodukten in Labor-, Halbfreiland- und Freilandversuchen untersuchen
  • Ein Szenario-gestütztes System zur Expositionsabschätzung entwickeln, um Konzentrationen von Pharmaka in Böden, Oberflächengewässern und Sedimenten sowie die Gefahr des Eintrags ins Grundwasser vorherzusagen
  • Mögliche Auswirkungen auf aquatische und terrestrische Organismen untersuchen
  • Gefährdungspotentiale abschätzen und toxische Wirkmechanismen klassifizieren
  • Ökotoxikologische Testmethoden weiterentwickeln
  • Auswirkungen von Antibiotika auf mikrobielle Lebensgemeinschaften untersuchen (Antibiotikaresistenz?)
  • Empfehlungen zur Umweltrisikoabschätzung von Human- und Veterinärpharmaka erarbeiten, und diese Behörden, Industrievertretern und der Öffentlichkeit zugänglich machen

Übersicht über die Struktur des Projekts ERAPHARMStruktur des Projekts ERAPHARM

Die BfG leitete das Arbeitspaket 1.1., in dem das Verhalten und der Verbleib von Human- und Veterinärpharmaka in Sediment, Wasser, Boden und Dung untersucht wurde.

Zunächst mussten analytische Methoden zur Untersuchung von Wasser und Sediment auf verschiedene Human- und Veterinärpharmaka entwickelt werden. Das waren beispielsweise Methoden zur Bestimmung von Atenolol (Betablocker), Fluoxetin (Antidepressivum) und Ivermectin (Antiparasitikum). Die Extraktionstechniken, die dabei zum Einsatz kamen, waren Festphasenanreicherung (SPE) und beschleunigte Festphasenextraktion (ASE). Die Detektion der Analyten erfolgte hauptsächlich mittels LC Tandem MS.

Mit diesen Methoden wurden Realproben und Proben aus Laborstudien untersucht. Beispielsweise wurde das Verhalten von Betablockern und Opiaten in Wasser-/Sedimenttestsystemen untersucht, um so Aufschluss über das Sorptions- und Abbauverhaltenverhalten dieser Stoffe zu erhalten. Die hierbei angewendeten Testsysteme wurden in Anlehnung an bestehende OECD--Richtlinien (OECD 106 und 308) durchgeführt. Weiterer Anwendungsbereich dieser Methoden: die Untersuchung von Proben, die aus verschiedenen Biotestsystemen der ERAPharm-Projektpartner stammen. Hier wurden Sedimente, Wasser und auch Biota analysiert. Solche Testsysteme geben Aufschluss über die Auswirkungen bestimmter Substanzen auf aquatische und terrestrische Organismen. So wurde unter anderem der Gehalt des Antiparasitikums Ivermectin in den Kompartimenten Wasser und Sediment bilanziert.

Neben diesen „nicht-radioaktiven“ Untersuchungen wurden auch radioaktiv markierte Zielsubstanzen eingesetzt. Die Analyse erfolgte mittels Flüssig-Szintillations-Zähler und Radio-HPLC. Radioaktiv markierte Verbindungen ermöglichen eine vollständige Massenbilanz, da auch unbekannte Transformationsprodukte erfasst werden können.

ERAPharm-Konsortium:

  • ECT – Oekotoxikologie GmbH (Deutschland) - Koordination
  • BfG – Bundesanstalt für Gewässerkunde (Deutschland)
  • UBA – Umweltbundesamt (Deutschland)
  • AstraZeneca UK Ltd. (Großbritannien)
  • UBRUN – Brunel University (Großbritannien)
  • UoY – University of York (Großbritannien)
  • Cemagref – Centre National du Machinisme Agricole du Génie Rural des Eaux et des Forêts (Frankreich)
  • EAWAG – Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Schweiz)
  • DFU – The Danish University of Pharmaceutical Sciences (Dänemark )
  • GI AG – Geotechnisches Institut AG (Schweiz)
  • UU – Utrecht University (Niederlande)
  • INIA – Instituto Nacional de Investigación y Tecnología Agraria y Alimentaria (Spanien)
  • NERI – National Environmental Research Institute (Dänemark)
  • CWN – Canadian Water Network (Kanada)

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