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Projekt "Apoll"

Das Projekt Apoll soll den chemischen Abbau von Röntgenkontrastmitteln bei der Chlorung von Wasser untersuchen. Kontrastmittel werden seit den fünfziger Jahren bei Röntgenuntersuchungen eingesetzt, weltweit sind es jährlich über 3000 Tonnen. Da sie Röntgenstrahlung absorbieren, nutzt man sie in der medizinischen Diagnostik zur Darstellung der Blutgefäße. Nach der Untersuchung werden sie unverändert ausgeschieden und gelangen über das Abwasser in die Kläranlage. Seit einigen Jahren weiß man, dass sie dort nur schlecht abgebaut werden und so in den Wasserkreislauf gelangen.

Aber was passiert, wenn man mit Röntgenkontrastmitteln belastetes Wasser mit chlorhaltigen Mitteln desinfiziert? Diese Chlorung ist zum Beispiel beim Trinkwasser oder in Schwimmbädern allgemein üblich. Denkbar wäre ein chemischer Abbau bzw. eine Umwandlung der Röntgenkontrastmittel durch das Chlor. Untersuchungen darüber gibt es bisher kaum und die dabei möglicherweise entstehenden Abbau- bzw. Transformationsprodukte sind bislang unbekannt. Ihre Strukturen und Eigenschaften sollen im Rahmen des Projekts aufgeklärt werden.

Dazu führt die BfG Chlorungsversuche durch, wobei verschiedene Röntgenkontrastmittel mit Hypochlorit oder Chloramin, zwei zur Desinfektion von Wasser eingesetzten Chlorspezies, versetzt werden. Die Suche nach Abbauprodukten erfolgt dann im chemischen Labor der BfG per Hochleistungs-Flüssigchromatographie und Massenspektrometrie. Die wichtigsten Abbauprodukte werden isoliert und genauer untersucht. Schließlich geht es im Projekt darum, eine analytische Methode für die Abbauprodukte zu entwickeln und diese an deutschen und amerikanischen Trinkwässern zu testen.

Apoll wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der US-National Science Foundation (NSF) gefördert. Kooperationspartner sind die University of Akron (Stephen Duirk), die US-EPA (Susan D. Richardson) und die University of Illinois (Michael J. Plewa).

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