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Wie findet der Fisch die Treppe? (24.01.2014)

Am 23. und 24. Januar fand in der Bundesanstalt für Gewässerkunde ein Internationaler Workshop zur Auffindbarkeit von Fischaufstiegsanlagen statt. Zu diesem besonderen Thema gibt es nur wenige Spezialisten weltweit. Mehr als 20 Wissenschaftler und Experten aus sechs Ländern diskutierten in der BfG Grundlagen, Methoden und Forschungsfragen zur Planung und Bewertung der Auffindbarkeit von Fischaufstiegsanlagen.

Die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit an Bundeswasserstraßen stellt besondere Herausforderungen an die Planung und Qualitätssicherung der Maßnahmen. Dies gilt umso mehr, da es zu wesentlichen Aspekten der Funktionsfähigkeit nach wie vor offene Fachfragen gibt. Fragen nach der erforderlichen Dotationswassermenge zur Erzeugung einer für den Fisch wahrnehmbaren Leitströmung, Fragen nach der Lage, der Ausgestaltung und der Anzahl der Einstiege sowie nach den Kriterien, nach denen sich Fische im Nahfeld einer Stauanlage orientieren. Diese Fragestellungen stehen sowohl bei der Planung von Fischaufstiegsanlagen wie auch in laufenden Forschungsarbeiten im Fokus des Interesses. Gemeinsame Forschungsprojekte von Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) und BfG zeigen bereits erste Lösungsansätze. Mit deren Vorstellung eröffnete Wolfgang Kampke (BAW) einen intensiven Fachaustausch auch mit den internationalen Experten.

Anhand exzellenter Vorträge fassten u. a. Dr. Theodore Castro-Santos von der US Behörde Geological Survey sowie Prof. Eva Enders von der University of Alberta in Canada den aktuellen Wissensstand zu Fragen zur Schwimmleistung von Fischen bzw. zum Verhalten von Fischen in stark turbulenten Fließgewässern zusammen. Der Neurowissenschaftler Prof. Horst Bleckmann, der sich seit Jahren mit den Sinnesleistungen der Fische beschäftigt, betonte, dass für die Orientierung von Fischen neben dem im Tierreich einmaligen Seitenliniensystem auch die akustische Wahrnehmung der Umwelt für Fische eine große Bedeutung hat.

Diese Beiträge bildeten die fachliche Grundlage für ausführliche Diskussionen offener Fragen und der vorgestellten Lösungsansätze aus der Planungspraxis. Ausgehend von einem Beitrag von Prof. Paul Kemp, Universität Southampton, wurden Möglichkeiten und Grenzen der Bewertung von Fischaufstiegsanlagen kontrovers diskutiert. Insbesondere hier sahen die Teilnehmer Bedarf für weiteren internationalen Austausch.

Insgesamt zeigten sich die Vertreter der BfG und BAW, die den Workshop gemeinsam organisierten, sehr zufrieden mit den Ergebnissen – insbesondere da sie interessante fachliche Perspektiven für künftige Kooperationen erkennen konnten.

Teilnehmer des Workshops Workshop-TeilnehmerExperten aus sechs Ländern kamen zum Workshop in der BfG zusammen Quelle:  Alfred Hommes (BfG)

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