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Japanische Forscher informieren sich in BfG über Sommerhochwasser 2013 (22.07.2013)

Das gerade abgelaufene Rekordhochwasser an Donau und Elbe hat nicht nur in Deutschland große Aufmerksamkeit erregt. Auch im „Land der aufgehenden Sonne“ wurden die Geschehnisse genau beobachtet. Um sich ein exaktes Bild von Ablauf, Maßnahmen und Schäden zu machen, kam nun eine Delegation aus Japan nach Europa. Erste Station auf ihrer Forschungsreise war die Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz.

Wie ist die aktuelle Lage in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten in Deutschland? Welche Auswirkungen hatte die Flut in Mitteleuropa? Welche Strategien wurden in Deutschland erfolgreich zur Bekämpfung des Hochwassers eingesetzt? Welche davon lassen sich auf Japan übertragen?

Mit diesen und vielen weiteren Fragen im Gepäck bereisten im Juli 2013 zwei japanische Spezialisten Deutschland, Österreich und die Tschechische Republik. Die Herren Kawaguchi und Suzuki sind leitende Mitarbeiter im sog. "River Bureau", welches zum Geschäftsbereich des japanischen Verkehrsministeriums (Ministry of Land, Infrastructure, Transport and Tourism) gehört. Das River Bureau ist unter anderem zuständig für die Verwaltung und Unterhaltung der Flüsse, für das Hochwassermanagement sowie für die Wassernutzung allgemein.

In der BfG erhielten die beiden Forscher detaillierte Informationen zur Entstehung und zum Verlauf des Juni-Hochwassers an Weser, Donau, Rhein und Elbe. Die Aussagen stützten sich auf den kürzlich erschienenen BfG-Bericht „Das Juni-Hochwasser 2013 in Deutschland“ (siehe BfG-Pressemitteilung vom 26.06.2013). Welche Retentionsmaßnahmen wurden eingesetzt? Wie erfolgreich war ihr Einsatz? Diese Fragestellungen wurden ausführlich dargestellt und intensiv diskutiert. An zahlreichen Praxisbeispielen wurde deutlich, wie effizientes Hochwassermanagement über nationale Grenzen hinausgehen muss und wo aktuell und zukünftig die größten Herausforderungen liegen. 

Regelmäßig bereisen die Forscher des River Bureaus die Regionen der Welt, wo große Hochwasserereignisse stattgefunden haben. Ihre Erkenntnisse aus der Analyse der Ereignisse fließen in die Arbeit ihres Hauses ein. Im Oktober 2010 gab das River Bureau beispielsweise einen Leitfaden zum Thema Flutkatastrophen heraus, der Planungshinweise liefert speziell auch im Hinblick auf Anpassungsmaßnahmen bezüglich des Klimawandels (Practical Guidelines on Strategic Climate Change Adaptation Planning - Flood Disasters -). Dieser hat über Japan hinaus Gültigkeit für den gesamten asiatisch-ozeanischen Raum.

 Die Herren Suzuki und Kawaguchi (mit Dolmetscherin) sowie Martina Sauer und Markus Hatz (beide BfG). Quelle:  Sarah Jäckel / BfG

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