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Untersuchung von Baumhöhlen mit Videotechnik (11.01.2007)

Am Leinpfad des Namedyer Werths bei Andernach stehen einige zum Teil morsche Bäume, bei denen Astbruchgefahr besteht. Eine Fällung war bisher nicht möglich, da die Bäume bewohnt sein sollten. Klarheit schaffte eine Untersuchung durch die BfG.

Fledermäuse und ihre Quartiere stehen unter besonderem gesetzlichen Schutz. Daher musste vor Beginn der Baumarbeiten klar gestellt werden, ob die alten Bäume von Tieren genutzt werden oder ob sie gar Winterquartiere von Fledermäusen sind. Dazu rückte Dr. Jochen Koop, Leiter des Referats Tierökologie in der BfG, im Auftrag des Wasser- und Schifffahrtsamtes Bingen mit Hubwagen und Videotechnik an.

Die Technik an sich ist zwar nicht neu, wurde von der BfG aber zum ersten Mal zur Untersuchung von Baumhöhlen eingesetzt. Ein mehr als drei Meter langer Schlauch, an seiner Spitze ausgestattet mit einer Lampe und einer kleinen Kamera, bildet das sog. Videoskop. Damit ist es nicht nur möglich in kleinste Baumhöhlen vorzudringen, sondern zukünftig soll diese Technik auch Unterwasser für faunistische Untersuchungen im Flussbett eingesetzt werden.

Die Untersuchung in Namedy ergab, dass aktuell keine Fledermäuse in den Bäumen überwintern. Aus den gefundenen Kotresten konnte Dr. Koop allerdings schliessen, dass „die Fledermäuse dort im Sommer möglicherweise ihre Wochenstuben hatten“. Darin halten sich die nachtaktiven Tiere in der warmen Jahreszeit am Tage auf.

Demnach gelten die Bäume als „geschützte Lebensstätten“ der Fledermäuse. Die Kronen dürfen abgesägt und Totholz entfernt werden, aber eine Fällung ist laut Gesetz nicht gestattet.

Mit dem Hubwagen (Steiger) in den BaumwipfelnMit dem Steiger auf dem Weg in die Baumwipfel

Die Baumhöhle wird mit dem Videoskop untersucht Die Baumhöhle wird mit dem Videoskop untersucht

Fotos: B. Mockenhaupt, BfG

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