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Fischtreppe Gambsheim eröffnet (30.06.2006)

Nach rund zweijähriger Bauzeit wurde am 22. Juni 2006 der Fischpass an der Staustufe Gambsheim offiziell seiner Bestimmung übergeben. Dadurch wird es Fischen wie Lachs und Meeresforelle wieder möglich, in ihre angestammten Laichgründe bis hinauf in die Kinzig zurückzukehren. „Dies ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg nach Basel“, so Anne Schulte-Wülwer-Leidig von der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR). Das IKSR-Programm „Rhein 2020 – Lachs 2020“ zielt auf die Wiederherstellung der Durchgängigkeit des Oberrheins für Fische bis hinein in die Schweiz.

Neben der Fischtreppe in der ca. 25 km flussab gelegenen Staustufe Iffezheim, die bereits im Jahr 2000 in Betrieb genommen wurde, ist Gambsheim einer der größten Fischpässe Europas: durch eine ca. 200 Meter lange Kaskade aus rund 40 Becken werden 10 Höhenmeter überwunden, wobei den Fischen drei Wege mit unterschiedlich starker Strömung zur Verfügung stehen. Wie gut die Fischtreppe angenommen wird, zeigte bereits die Testphase, in der mehr als 30 000 Fische die Aufstiegshilfe passierten. In einem Besucherzentrum kann man die Fischwanderung beobachten, bis zu 100 000 Gäste pro Jahr werden erwartet. Die Kosten des Bauwerks von zehn Millionen Euro teilten sich zu je einem Drittel der deutsche und der französische Staat sowie der Kraftwerksbetreiber.

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde hat wie schon in Iffezheim auch den Bau der Fischtreppe Gambsheim beratend begleitet. In einer deutsch-französischen Expertengruppe wurden die Erfahrungen aus Iffezheim ausgewertet. „Durch konkrete Vorschläge, z.B. zum Gefälle oder zur Gestaltung von Kontrolleinrichtungen wie Reusen und Videoerfassung aufwandernder Fische, konnte die Planung in Gambsheim optimiert werden“ erläutert der Fischspezialist in der BfG, Christian von Landwüst, die Arbeit in der Expertengruppe.

Weitere Informationen finden sich auf der Presseseite der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR).

Außenansicht des BauwerksAußenansicht des Bauwerks

Besucher vor der Glasscheibe zur Beobachtung der FischeIm Besucherzentrum können die Fische bei der Wanderung beobachtet werden

Fotos: Henk Sterk, IKSR

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