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Elbschwimmstaffel mit BfG-Teilnehmer (14.07.2017)

Am 12.07. endete die längste Freiwasser-Schwimmstaffel in deutschen Gewässern. Fast drei Wochen lang waren täglich Schwimmer in die Elbefluten gestiegen, um als Staffel die gesamte Strecke von Bad Schandau bis Geesthacht zu durchschwimmen. Auch ein Mitarbeiter der BfG war dabei. Die Aktion fand im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2016*17 – Meere und Ozeane statt, um auch die Bürgerinnen und Bürger im Binnenland für die Situation der Meere zu sensibilisieren und den Zusammenhang zwischen Flüssen und Meeren zu verdeutlichen. Außerdem sollte sie auf Forschungsarbeiten an der Elbe aufmerksam machen werden. Auch hier ist die BfG traditionell stark engagiert.

Plakat zur Elbschwimmstaffel Plakat zur ElbschwimmstaffelPlakat zur Elbschwimmstaffel

Die längste Freiwasser-Schwimmstaffel in deutschen Gewässern startete am 24. Juni 2017 in Bad Schandau. Über 19 Etappen und insgesamt 575 km führte der Weg nach Geesthacht. Mehr als 250 erfahrene Amateur-Schwimmerinnen und -Schwimmer traten an, um die Strecke gemeinsam zu meistern. Jede/r Teilnehmende legte eine Strecke von zwei Kilometern flussabwärts zurück, was eine durchgehende Schwimmdauer von ca. 45 Minuten bedeutete. Dominik Rösch, Mitarbeiter im Referat Öffentlichkeitsarbeit in der BfG, hatte auf der 6. Etappe von Dommitzsch ins Mündungsgebiet der Schwarzen Elster seinen Einsatz. „Ich bin glücklich, dieser Staffel anzugehören. Normalerweise berichte ich über solche Aktionen, diesmal stehe ich auf der anderen Seite und bin Teil einer solchen Aktion. Eine einzigartige Erfahrung!“, so der junge Medienarbeiter nach seiner erfolgreich absolvierten Schwimmeinlage.

Parallel zu den sportlich Aktiven waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Einsatz. Im Rahmen von drei Forschungsprojekten wurden entlang der Strecke Messungen durchgeführt und Proben genommen. Der sportlichen Leistung am Tage stand der informative Austausch am Abend gegenüber. An den jeweiligen Etappenzielen gab es ein wechselndes Programm mit Präsentationen unterschiedlicher Forschungsinstitutionen. Auch die drei Begleitprojekte ließen sich in die Karten schauen, es ging um Mikroplastik, Algen, Hochwassermanagement und eine ökologische Gewässerentwicklung (ReWaM-Projekt In_StröHmunG, s. u.).

Nachhaltiges Wasser-Management erfordert umfassendes Wissen über natürliche Prozesse zum Fluss-Meer-System, und über menschliche Einflüsse auf dieses System. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde forscht in diesem Sinne traditionell, auch an der Elbe. Stellvertretend hier nur einige Hinweise:

  • Bereits in den Jahren 1996 bis 2005 war die BfG Teil des „Forschungsverbundes Elbe-Ökologie“. Hier untersuchten Wissenschaftler in 28 Einzelprojekten ökologische und ökonomische Zusammenhänge und entwickelten Lösungskonzepte für verschiedene Nutzungsansprüche der Landwirtschaft, des Naturschutzes, der Wasserwirtschaft und der Schifffahrt
  • Das internetbasierte Elbe-Informations-System (ELISE) gibt Auskunft über die Projektarbeiten http://elise.bafg.de/
  • Die Bände 1 – 5 der Publikationsreihe „Konzepte für die nachhaltige Entwicklung einer Flusslandschaft“ fassen die Erkenntnisse projektübergreifend zusammen und stellen Konzepte für die Praxis vor
  • Das „Elbe-DSS“, ein Entscheidungs-Unterstützungs-System zum Flusseinzugsgebiets-Management, strukturiert das für das Elbe-Einzugsgebiet erarbeitete Fachwissen sowie verwendete Computermodelle und Daten in einem Grundgerüst. Solche Systeme können Behörden bei der Bewirtschaftungsplanung helfen. Sie erlauben es, vorab die komplexe Wirkung einzelner Maßnahmen im Hinblick auf die zu erreichenden Ziele zu erkennen. http://elise.bafg.de/servlet/is/3283/
  • In der gleichen Publikationsreihe erschienen kürzlich die Ergebnisse eines Forschungsprojekts von BfG und BAW zur „Ökologischen Optimierung von Buhnen in der Elbe“. Dabei wurden unter anderem interdisziplinäre Erkenntnisse zu hydraulischen und ökologischen Wirkungen von Buhnen an der Elbe gewonnen, Instrumente zur Bewertung von Uferlebensräumen vorgestellt, Entscheidungshilfen zu Managementaufgaben der WSV geliefert
  • Aktuelle Forschungsprojekte der BfG an der Elbe verfolgen unterschiedliche Fragestellungen, beispielsweise zur Reduktion von Nährstoffeinträge wie Stickstoff, zur Entwicklung eines Modells, das die Verbreitung von Schadstoffen bei möglichen Unfällen aufzeigen kann, um gegen solche Fälle gewappnet zu sein
  • Darüber hinaus entwickelt die BfG Unterstützungssysteme für das Management, z. B. das Modellsystem INFORM. Damit können ökologische Auswirkungen natürlicher und baulich bedingter Veränderungen in der Flussaue prognostiziert und bewertet werden

575 Elbkilometer aktiv für die Meeresforschung. Die Elbschwimmstaffel rückte als einzigartige Mitmach- und Forschungsveranstaltung die Bedeutung von sauberen Fließgewässern für Meere und Ozeane in den Mittelpunkt.

Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD).

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