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„ProWas“ – Klimawandel-Projektionsdienst für Wasserstraßen und Schifffahrt (15.02.2017)

„ProWas“ soll die regelmäßige Bereitstellung von Projektionen für die Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserstraßen und Schifffahrt vorbereiten. Grundlage dazu sind aktuelle Szenarien des Klimawandels. Die BfG koordiniert das Vorhaben und arbeitet dabei eng mit den Partnern DWD, BSH und BAW zusammen.

Ändern sich zukünftig die Bedingungen in den Bundeswasserstraßen, muss sich die Schifffahrt rechtzeitig daran anpassen können. Das BMVI und seine Oberbehörden starten Mitte 2017 den Projektionsdienst „ProWas“, der langfristige Auswirkungen des Klimawandels auf Binnen- und Küstengewässer einschätzen soll. Der Klimawandel kann unter anderem Abfluss und Wasserstand der Flüsse und damit die Schifffahrtsverhältnisse beeinflussen.

ProWaS umfasst zunächst die Regionen Rhein, Elbe und Deutsche Bucht und liefert grundlegende Informationen zur Bewertung der Schiffbarkeit und Wasserbeschaffenheit, unter anderem vor dem Hintergrund neuer Erkenntnisse aus dem jüngsten, fünften IPCC-Sachstandsbericht von 2014.

Die BfG entwickelt in ProWas ihr bestehendes Projektionssystem aus Wasserhaushalts- und Gewässergütemodellen für Rhein und Elbe weiter. Sie verarbeitet die vom DWD bereitgestellten Projektionsdaten des Klimawandels zu Szenarien für wasserstraßen- und schifffahrtsrelevante Größen, wozu Abfluss, Wassertiefe, Transportkosten, aber auch Gewässergüteparameter wie Wassertemperatur oder Sauerstoffgehalt gehören. Dabei hat sie insbesondere die beiden hydrologischen Extreme Hoch- und Niedrigwasser im Blick.

DWD, BfG, BSH und BAW erbringen für den Projektionsdienst Leistungen in den Bereichen Meteorologie, Klimatologie, Ozeanographie, Datenhaltung und -versorgung, Hydrologie, Hydro- und Morphodynamik, Gewässergüte, wasserbauliche Unterhaltung sowie Wirtschaftlichkeit der Binnenschifffahrt. Der Projektionsdienst stellt zum einen strukturierte und dokumentierte Datenreihen für wissenschaftliche Anwender zur Verfügung, die weitere Modellanwendungen und Auswertungen durchführen möchten. Zum anderen werden überregional aggregierte Daten für das Management bereitgestellt. Sie beinhalten zentrale Aussagen zur Betroffenheit der Wasserstraßen, z. B. mit Hilfe von Niedrigwasserindikatoren, aber auch zur Belastbarkeit der Projektionen aus statistischer Sicht.

Die BfG greift dabei, wie ihre Projektpartner DWD, BSH und BAW, auf Entwicklungen und Erkenntnisse früherer Forschungsvorhaben zurück, die unter anderem im 2013 beendeten Vorhaben „KLIWAS“ entstanden sind. So gibt es bereits Verfahren, die mittel- und langfristige Veränderungen des Klimas und die Folgen abbilden, also „projizieren“ können. Die erarbeiteten Daten umfassen eine Zeitskala von Jahrzehnten und sind wichtige Beiträge zum „Aktionsplan Anpassung der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel“. Das Pilotprojekt „Klima und Wasser – Projektionsdienst für Wasserstraßen und Schifffahrt (ProWaS)“ ist der nächste Schritt, um die Forschung in einen regelmäßigen, staatlichen Vorhersage- und Projektionsdienst für Klima, Gewässer und Extremereignisse zu überführen. Damit schaffen das BMVI und seine Behörden einheitliche Grundlagen für Planungs- und Entscheidungsvorgänge des Bundes, auch über die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) und das eigene Ressort hinaus.

Niedrigwasser im RheinSchifffahrt auf dem Rhein bei Niedrigwasser. ProWas hat insbesondere die Auswirkungen des Klimawandels auf hydrologische Extreme im Blick (Foto: Hils, BfG)

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