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Delegation aus Zentralasien besucht die BfG (27.5.2015)

Eine 15-köpfige Gruppe zentralasiatischer Wasserfachleute besuchte die BfG zu einem Erfahrungsaustausch. Im Mittelpunkt standen vor allem Fragen der Gewässerqualität. Mit dabei waren Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) und eine Arbeitsgruppe der Koblenzer Hochschule.

Aus den Wasserwirtschaftsverwaltungen der Länder Kirgistan, Usbekistan, Tadschikistan, Kasachstan und Turkmenistan stammten die Besucher. Die fünf Länder haben zusammen eine Fläche von ca. 4 Mio km², sind also mehr als elfmal so groß wie Deutschland. Das Interesse an deutschen und europäischen Fragestellungen der Wasserwirtschaft war groß, stehen doch die zentralasiatischen Länder vor gewaltigen Herausforderungen. So ist der Aralsee seit 1960 auf ca. ein Fünftel seiner ursprünglichen Fläche eingetrocknet, der einst mit 70.000 km² so groß war wie Bayern. Grund ist die Entnahme großer Wassermengen aus den beiden Flüssen Syr Darja und Amu Darja zur landwirtschaftlichen Bewässerung. Etwa eine Million km² Bewässerungsfläche werden durch ein veraltetes Kanalnetz von geschätzten 500.000 km Länge mit Wasser versorgt, die Leitungsverluste werden auf über 70 % geschätzt. Das Wasser ist für die Baumwolle produzierenden Länder von entscheidender wirtschaftlicher Bedeutung, ebenso für die Energieversorgung durch Wasserkraftwerke.

Am Beispiel des Rheins informierte BfG-Experte Dr. Martin Keller die Gäste über die Entwicklung der Wasserqualität in den letzten Jahrzehnten. Hier hat sich, unter anderem durch den Bau von Kläranlagen und Verringerung der Einleitungen, vieles zum Besseren gewendet, so dass die Qualität des Rheinwassers heute besser ist als vor 100 Jahren. Die Sandoz-Katastrophe von 1986 gab einen entscheidenden Impuls, auch für die Arbeit der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR). Deren Vertreter stellten die Arbeit ihrer Organisation vor, in der alle Rheinanliegerstaaten vertreten sind. Eine Arbeitsgruppe der Hochschule Koblenz führte mit den Gästen aus Zentralasien einen intensiven Gedankenaustausch. Nach einer Führung durch die BfG-Labore mit ihrer hochempfindlichen Analysetechnik und einer Besichtigung der Wassergüte-Messstation am Rhein besuchte die Gruppe das Mosellum an der Koblenzer Fischaufstiegsanlage. Am nächsten Tag reiste sie weiter nach Zagreb.

Das Besuchsprogramm führte die Gruppe durch mehrere Länder Europas und wurde von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit organisiert, und zwar im Rahmen des von Deutschland und der EU geförderten Programms „Grenzüberschreitendes Wassermanagement in Zentralasien“.

Gruppenbild GruppenbildDie Gruppe der zentralasiatischen Wasserfachleute nach dem Besuch der von der BfG betriebenen Wassergüte-Messstation in den Koblenzer Rheinanlagen. Hier ist auch der Sitz der Internationen Kommission zum Schutz des Rheins. Quelle:  Hils, BfG (Umrisskarte Zentralasien: By user:Serg!o [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons)

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