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Gemeinsame Veranstaltung von BfG und PIANC zu Ökosystemleistungen (07.05.2015)

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde und der Internationale Verband „Schifffahrt, Häfen, Wasserstraßen“, kurz „PIANC“, stellten sich in einer gemeinsamen Veranstaltung vom 5. bis 7. Mai 2015 einem in Politik, Wirtschaft und Naturschutz heiß diskutierten Thema, den Ökosystemleistungen (Ecosystem Services).

Welche Leistungen der Natur nutzen wir, welchen Wert haben diese für uns, was ist dies in Geld wert? Diese Fragen bewegen derzeit sowohl Ökonomen, Sozialwissenschaftler, Naturwissenschaftler als auch Politiker. "Wir benutzen die Natur, weil sie uns Wert bringt, wir verlieren sie, weil es umsonst ist", so Pavan Sukhdev, Leiter der internationalen TEEB-Studie (The Economics of Ecosystems and Biodiversity). In Bilanzen von Investitionsprojekten wird dieser Wert der Natur nicht berücksichtigt und verzerrt somit das Bild der gesamtwirtschaftlichen Kosten.

Der Ansatz der Ökosystemleistungen (ÖSL) verspricht hier Abhilfe. Es wird versucht, die Nutzstiftung und die Vorteile, die der Mensch aus ökologischen Systemen bezieht, zu erfassen, zu bewerten und sogar in Geldwerten auszudrücken.

Ob dieser Ansatz auch für als Wasserstraßen genutzte Flüsse zu gebrauchen ist, diskutierten auf einer gemeinsamen Veranstaltung der Bundesanstalt für Gewässerkunde und der Internationalen Schifffahrtsvereinigung PIANC ca. 120 nationale und internationale Experten vom 5. bis 7. Mai. Die Antwort lautete: auf jeden Fall, aber …

Zahlreiche Beiträge erläuterten an konkreten Projekten, wie Ökosystemleistungen von der Planung bis hin zur Projektrealisierung einbezogen wurden. Ein deutliches Fazit war, dass ÖSL vor allem eine optimale gemeinsame Diskussionsbasis für alle Projektbeteiligten von Ingenieuren über Naturschützer oder Landwirte bis hin zu den Ökonomen bieten. Was früher in Meinungsgegensätzen endete, kann mit den ÖSL nunmehr passender vermittelt und diskutiert werden. Ob Leistungen der Ökosysteme in Geld ausgedrückt werden sollen bzw. dürfen und wem ein solches Vorgehen zum Vorteil gereicht, das bleibt allerdings nach wie vor heiß diskutiert. Sowohl die nationalen als auch die internationalen Experten waren sich jedoch einig, dass das Konzept der ÖSL auch für Projekte der Schifffahrt nutzbringend sein wird, gleichwohl noch viel für eine wirkliche Praxisreife zu tun bleibt.

PIANC wird die Ergebnisse der Veranstaltung konkret dafür nutzen, konzeptionelle Vorschläge zu erarbeiten, wie ÖSL im internationalen Wertemaßstab erkannt und angemessen berücksichtigt werden können.

Der Leiter der BfG, Direktor und Professor Michael Behrendt, Chefdelegierter der deutschen PIANC-Sektion, resümiert: "Wir werden unser Handeln weiter an den Leistungen der Natur für den Menschen ausrichten und einfachere Nachweise für nachhaltigen Umgang mit unseren Gewässern erhalten. Dies funktioniert nicht im nationalen Alleingang. PIANC bietet eine geeignete Plattform zur Entwicklung moderner Werkzeuge zugunsten der Wasserstraßen und Häfen.“

Michael Behrendt (BfG)Michael Behrendt (BfG) bei der Eröffnung der Veranstaltung Quelle:  Hils, BfG

Dr. Todd S. Bridges bei seiner PräsentationDr. Todd S. Bridges vom Engineer Research and Development Center (ERDC) des U.S. Army Corps of Engineers Quelle:  Hils, BfG

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