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10. März 2015 in Koblenz

4. Ökologisches Kolloquium: Große Fließgewässer aus ökologischer Perspektive – mit Blick zurück nach vorn denken

Im Jahr 2015 endet der erste Bewirtschaftungszyklus der EGWasserrahmenrichtlinie (WRRL) und der zweite Zyklus beginnt. Die Wasserstraßen werden weiterhin eine herausragende Bedeutung auf dem Weg zum guten ökologischen Potenzial oder Zustand der Gewässer in Deutschland haben. Die mit der Novellierung des Wasserhaushaltsgesetzes seit 2010 übertragene Verantwortung auf die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) erfordert pragmatische Zielvorgaben und Umsetzungsmöglichkeiten.

Die Reform der WSV und die nutzungsorientierte Kategorisierung der Wasserstraßen werden zusammen mit der Umsetzung der WRRL ein verändertes Zusammenspiel an den Gewässern bewirken. Dies wird die zukünftige Unterhaltung, den Ausbau und das Management zur Entwicklung der Wasserstraßen beeinflussen, unter Beachtung der Randbedingungen aus Verkehr, Wasserwirtschaft und Ökologie. In diesem Zusammenhang sind insbesondere die Ökosystemleistungen eines Fließgewässers, eng verbunden mit dem ökologischen Entwicklungspotenzial, sowie entsprechende Entscheidungshilfen für Maßnahmen zur Erreichung der Ziele gemäß WRRL zu nennen. Im Jahr 2015 bietet es sich daher an, bisherige Erkenntnisse und Erfahrungen unter dem Aspekt nachhaltiger ökologischer Entwicklungsperspektiven auszutauschen und innovative Werkzeuge für eine umweltgerechte Entwicklung der Bundeswasserstraßen darzustellen.

Das Kolloquium steht unter dem Leitgedanken „Mit Blick zurück nach vorn denken“ und richtet sich an interessierte Fachleute der Bundes- und Länderbehörden, Planungsbüros und Verbände.

Post Scriptum

Im Frühjahr 2015 wird der Leiter der Abteilung Ökologie in der BfG, Herr Dr. Fritz Kohmann, in den Ruhestand wechseln. Unter seiner Leitung wurden seit 1993 interdisziplinäre Projekte zum ganzheitlichen ökologischen Verständnis von Flusssystemen in die BfG integriert, Pilot- und Systemstudien zur Unterhaltungsplanung aufgesetzt, ökologisch optimierte und alternative Modifikationen von Bauwerken und Ufersicherungen entwickelt, ökologische Grundlagen, Methoden und Modellsysteme zum Management der Wasserstraßen fortentwickelt und nicht zuletzt auch das Verbundprojekt zur Durchgängigkeit der Wasserstraßen aufgebaut und etabliert, um nur einige Aspekte zu benennen. Das Kolloquium blickt auf Ideen und Entwicklungen der ökologischen Forschung und ihrer Anwendung für Bundeswasserstraßen, die in dieser Zeit in der BfG initiiert, umgesetzt und inspiriert wurden.

Kontakt: Dr. Michael Fiedler (fiedler@bafg.de)

Vorträge der Veranstaltung zum Download
09:00Eröffnung
Michael Behrendt, Leiter der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG)
09:15Einführung
Dr. Michael Fiedler, BfG
09:30Ökologie an Bundeswasserstraßen – gestern, heute, morgen
Reinhard Klingen, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)
09:55Zusammenarbeit zwischen Bundeswasserstraßenverwaltung und Wasserwirtschaft – mögliche Synergien und Interessengegensätze
Dr. Jörg Wagner, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
10:20Apropos WRRL: Rhein und Mosel ‒ gestern, heute … und nach 2027!
Werner Theis, Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz
11:30Umweltgerechte Weiterentwicklung der Bundeswasserstraßen
Dr. Birgit Esser, BMVI
11:55Die Wiederbesiedlung des Elbegebietes durch den Europäischen Stör (Acipenser sturio) ‒ Vision auf dem Weg zur Realität oder zum Störfall?
Karl-Heinz Jährling, Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt
12:20Elbe-Verbundforschung ‒ von der Morphodynamik zur Durchgängigkeit
Prof. Dr. Dr. Franz Nestmann, Karlsruher Institut für Technologie
12:45Naturschutz und Biodiversität im Anthropozän
Prof. Dr. Klement Tockner, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei im Forschungsverbund Berlin e.V.
14:15Ökologische Entwicklungspotenziale an (Bundes)Wasserstraßen – Wunsch und Wirklichkeit
Georg Rast, WWF Deutschland
14:40Mobilität und Umwelt ‒ sichere und leistungsfähige Wasserstraßen
Dr. Hans-Heinrich Witte, Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt
15.05Visionen für morgen ‒ Schlussworte
Dr. Fritz Kohmann, BfG

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