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11. November 2010 in Koblenz

Workshop "Sreeningverfahren zur Erfassung endokriner Wirkungen in der aquatischen Umwelt"

Hormonähnlich wirkende Stoffe anthropogenen Ursprungs in der Umwelt (Xenohormone) können den natürlichen Hormonhaushalt von Lebewesen derart beeinträchtigen, dass deren Reproduktion negativ beeinflusst wird. Populationsrelevante Störungen können die Folge sein. Aus dieser Problematik ergaben sich in den letzten beiden Dekaden eine Fülle von Forschungsprojekten.

In regulatorischer Hinsicht wurden bereits Maßnahmen mit dem Ziel ergriffen, negative Auswirkungen von Xenohormonen auf die Umwelt zu minimieren. Es wurden beispielsweise Umweltqualitätsnormen (UQN) für prioritäre Stoffe eingeführt, von denen einige in begründetem Verdacht stehen, hormonähnlich zu wirken. Außerdem wurde der Parameter Reproduktionstoxizität als besonders besorgniserregende toxikologische Eigenschaft von Chemikalien in die Bewertung nach REACH aufgenommen.

Hormonähnlich wirkende Stoffe werden diffus und über Punktquellen in die Gewässer emittiert. Zumindest für rezeptorgekoppelte Wirkungen ist eine additive Mischungstoxizität anzunehmen. Daher ist die alleinige Abbildung und Kontrolle des Risikos über UQN nicht ausreichend. Zur Komplementierung der Risikobewertung und zum Monitoring von Emissionen von Chemikalien mit Kombinationswirkung wie rezeptoraktivierende Xenohormone sollten Biotestverfahren eingesetzt werden. Bisher existiert allerdings kein zertifiziertes Testverfahren für den aquatischen Bereich.

Der Workshop soll anhand von Impulsreferaten einen Überblick geben über den Stand der Forschung, sowie die Sicht der Behörden und der Industrie zur regulatorischen Umsetzung der Überwachung von Emissionen auf hormonähnliche Wirkungen. Ziel der Veranstaltung ist es, als Basis für die Umsetzung im regulatorischen Bereich, Testverfahren herauszukristallisieren, welche vor dem Hintergrund der in der Umwelt vorkommenden Xenohormone, deren Konzentrationen und Wirkmechanismen die Voraussetzungen einer nationalen und internationalen Standardisierung erfüllen. Die Veranstaltung wird gemeinsam von der Bundesanstalt für Gewässerkunde und dem Umweltbundesamt durchgeführt. Angesprochen sind Umweltwissenschaftler, Umweltbehörden des Bundes und der Länder, Studierende der Umwelttoxikologie und ökologischen Folgenforschung sowie einschlägige Fachgremien und Arbeitsgruppen.

Ansprechpartner: Dr. Georg Reifferscheid (reifferscheid@bafg.de)

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