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Kostenminimierung bei der Untersuchung und Sanierung von Altlasten

Im Untergrund von industriellen Altstandorten - oftmals in der Nähe von Bundeswasserstraßen (BWStr) gelegen - können sowohl organische (z.B. Mineral- oder Teeröle), als auch anorganische Schadstoffe (z.B. Schwermetalle oder Cyanide) in hohen Konzentrationen auftreten. Über den Grundwasserpfad gelangen diese nicht selten auch zur Vorflut (BWStr). Sie hinterlassen dabei einerseits eine Kontaminationsfahne im Untergrund und können andererseits auch die Beschaffenheit des Oberflächengewässers negativ beeinträchtigen.

Prinzipskizze zur Entstehung und Verbreitung von UntergrundkontaminationenPrinzipskizze zur Entstehung und Verbreitung von Untergrundkontaminationen

Im Gesetz zum Schutze des Bodens (BBodSchG, 1998) und seiner nachgeordneten Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV, 1999) ist geregelt, unter welchen Voraussetzungen eine schädliche Bodenveränderung mit negativen Auswirkungen auf die relevanten Schutzgüter Boden, Grund- und Oberflächengewässer vorliegt. Sofern die orientierenden Untersuchungen nach BBodSchV eine solche „Altlast“ bestätigen, sind umfangreiche Detail- und darauf aufbauende Sanierungsuntersuchungen durchzuführen. Die diesbezüglichen Untersuchungen vergibt die WSV – nach fachlicher Beratung durch die BfG – an geeignete Ingenieurbüros und Laboratorien. Da es sich hierbei in den meisten Fällen um sehr komplexe, kostenintensive Erkundungen handelt, begleitet die BfG die Altlastenprojekte mit einem problemorientierten Projektcontrolling. Unter Projektcontrolling versteht man

  • die Vorgabe von fachlichen Grundlagen und Qualitäts-standards als Grundbaustein eines Projektes
  • die Prüfung von Analysen und Gutachten Dritter (Ingenieurbüros, Labors) die Richtigstellung nachweislich falscher Analysenergebnisse und darauf aufbauender Empfehlungen.

Das Ziel des Projektcontrollings ist eine fachlich fundierte, objektive und gleichzeitig kostenminimierte Erkundung und Bewertung.

Beispiel: Arsen-Altlastenfall

Orientierende Untersuchungen und Detailuntersuchungen nach BBodSchV eines externen Gutachters wiesen eine schädliche Bodenveränderung mit sanierungspflichtigen Arsenbelastungen im ufernahen, flachen Grundwasser einer BWStr. nach. Im Rahmen des Projektcontrollings konnte man dem Gutachter jedoch gravierende Fehler nachweisen.

3-D-Diagramm der AnalysenwerteAufdeckung falscher Analysewerte aufgrund von Fehlern bei der Grundwasserprobenahme und der Probenvorbereitung

Nach problemorientierter Probenahme durch die BfG und fachgerechter Probenvorbereitung erwies sich die Arsenbelastung als viel geringer als ursprünglich angenommen. Der große Kosten minimierende Vorteil für den „Zustandsstörer WSV“ als Eigentümer eines nur schmalen Uferstreifens liegt darin, dass sich die detektierten Arsenbelastungen im Grundwasser nunmehr unterhalb des entsprechenden Maßnahmenwertes bewegen und eine aufwendige und teure Grundwassersanierung fachlich nicht mehr angezeigt ist. Das diesbezügliche Einsparpotential kann dabei schnell die Größenordnung von 6-stelligen € -Beträgen erreichen.

Aus dieser Sicht hat sich das in den letzten Jahren neu hinzugekommene Arbeitsfeld „Projektcontrolling im Altlastenbereich“ mittlerweile zu einem unverzichtbaren Instrument zur Qualitätssicherung und Kostenminimierung entwickelt.

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